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Wie man mit Spazierengehen ganz entspannt Geld verdient

Wie man mit Spazierengehen Geld verdient

Passives Einkommen, automatische Kundengewinnung, das Geld im Schlaf verdienen. Davon träumen viele Menschen und lassen sich auf der Suche nach der Zauberformel Zeit und Geld von Scharlatanen und Betrügern aus der Nase ziehen. Wobei man nicht abstreiten kann, dass es in der Tat eine Menge Menschen gibt, bei denen die Kasse klingelt, ohne dass sie dafür 8 Stunden im Hamsterrad malochen müssen. Dies sind aber in der Regel gestandene Unternehmer und Investoren, die sich ihre jetzige finanzielle Freiheit im Vorfeld hart erarbeitet haben.

Aber muss man denn das Geld überhaupt im Schlaf verdienen? Wie wäre es, wenn man sein Geld ganz entspannt beim Spazierengehen oder Wandern verdienen könnte? Dies mache ich bereits seit geraumer Zeit und es läuft - wortwörtlich. Gerne verrate ich dir, wie ich dies mache und für wen diese Art des Arbeitens geeignet ist.

Der Alltag des Geistesarbeiters

Verdienst du dein Geld mit physischer Arbeit, muss ich dich leider enttäuschen. Meine Methode funktioniert nur bei geistiger Arbeit. Dies trifft bei mir zu. Ich verfasse Berichte, schreibe Bücher, überlege mir Stories, spinne neue Geschäftsideen durch und auch sonst findet mein Schaffen zumeist zwischen den Ohren statt. Dies kann sehr oft harte Arbeit sein.

Wie oft habe ich vor dem Laptop gesessen und nach der perfekten Formulierung für einen Angebotstext gesucht oder mir überlegt, wie ich meine Romanfigur spannend agieren lasse. Dabei befand ich mich buchstäblich in einer Starre. Für die Halswirbelsäule, den Rücken, die Hüftstrecker und den gesamten Organismus ist dieses fast bewegungslose Verharren in einer Position Gift (siehe auch: "Sitzen ist das neue Rauchen").

Klar habe ich ab und zu ein paar Liegestütze oder Kniebeugen gemacht, aber das Gefühl von geistiger Stumpfheit im Gehirn konnte dies nur kurz unterbrechen. Eines Tages hatte ich die Nase voll. Effektives Arbeiten sieht anders aus. Die erwünschten Geistesblitze wollten sich nicht einstellen, also zog ich mir kurzerhand meine Zehenschuhe an und machte einen Spaziergang.

Denkprozesse wieder ins Lot gebracht

Gehirn

Die ersten 30 Minuten drehten sich meine Gedanken weiterhin im Kreis, bis sich allmählich eine innere Tranquilität einstellt. Die Gedanken machten Pause, Schritte und Atmung hatten sich automatisiert und ich dachte weder über Sinn und Zweck meines Spaziergangs nach, sondern befand mich einfach im Hier und Jetzt.

Als ich an dieser Stelle erneut über meine vorhergehende Aufgabenstellung nachdachte, sprudelten plötzlich die Ideen. Ganze Satzgebilde eröffneten sich und verbanden sich mühelos mit angrenzenden Ideen bzw. Problemstellungen. Als ich nach 1,5 Stunden wieder im Büro war, hatte ich nicht nur meine gedankliche Blockade überwunden, sondern mehr verwertbare Arbeit geliefert als wenn ich weiter vor dem Computer gebrütet hätte.

Zusätzlich hatte ich mein alltägliches Soll an Bewegung bereits abgeliefert. Klasse! Also stand die neue Marschrichtung fest und seit diesem Zeitpunkt beginne ich meinen Arbeitstag regelmäßig mit Dingen, die ich einfach abarbeiten kann bzw. die meine Anwesenheit an einem bestimmten Ort erfordern (z.B. Fotos machen, Videokonferenzen). Bevor ich mich danach meiner kreativen Arbeit widme, begebe ich mich auf Schusters Rappen und erledige meine Kopfarbeit „laufend“. Mein Selbstversuch ist also reproduzierbar, allerdings habe ich festgestellt, dass man dabei einige Dinge beachten sollte.

▶ Suche dir eine abgelegene Strecke, möglichst ohne Ablenkung (Menschen, Lärm, Verkehr). Idealerweise also im Wald.

▶ Suche dir eine Strecke von 5 bis 10km. Ich habe festgestellt, dass das Gehirn erst nach 30 bis 40 Minuten frei und unverkrampft arbeitet.

▶ Gehe alleine (weder Mensch noch Hund als Begleiter)

▶ Dein Telefon ist auf stumm geschaltet.

▶ Mach keinen Sport daraus. Joggen kannst du in der Freizeit, hier würde dich die Anstrengung nur beim zur-Ruhe-kommen und Denken stören.

▶ Schreibe deine Ideen, das Gedachte unmittelbar nach dem Spaziergang auf.

▶ Extra-Tipp: Falls deine Gedanken anfangs nicht zur Ruhe kommen, zähle von 1 bis 9 und beginne von vorne. Wenn du merkst, dass du plötzlich „10, 11…“ zählst, merkst du, dass du deinen Fokus verloren hast.

Die „Wissenschaft“ dahinter

Warum ist man eigentlich beim Spazierengehen kreativer und kann Dinge besser mit Abstand betrachten? Dafür gibt es ganz sachliche Gründe:

▶ Deine Atmung wird beim Laufen ruhiger und tiefer. Dein Körper bekommt mehr Sauerstoff, vor allem im Wald enthält die Luft auch weniger Schadstoffe.

▶ Durch die Bewegung und aufrechte Körperhaltung wird dein Körper besser durchblutet.

▶ Durch die gleichmäßige Atmung und Laufbewegung stellt sich eine Monotonie ein, die beruhigt und den Körper automatisch funktionieren lässt.

▶ Beim Laufen entsteht mit jedem Schritt eine Überkreuzbewegung (linkes Bein, rechte Hand vor und umgekehrt). Diese Überkreuzbewegung synchronisiert die beiden Gehirnhälften.

▶ Du entziehst dich sämtlichen Ablenkungen (Handy, Emails, Kollegen, …) und kannst dich so besser fokussieren.

Kann ich mir das leisten?

Vielleicht sagst du dir jetzt, dass du es dir nicht leisten kannst, jeden Tag 60 Minuten und mehr während der Arbeitszeit spazieren zu gehen. Aber überlege: Du wirst nicht an deiner Anwesenheit vor dem Schreibtisch gemessen, sondern an deinen Ergebnissen. 60 Minuten spazieren plus 30 Minuten Auswertung bei Top-Ergebnissen sind besser als 90 Minuten sitzen und am Ende frustriert mit unzureichenden (oder gar keinen) Ergebnissen aufzuwarten.

21. Mai 2021

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