Menschen

Gewinner oder Verlierer – eine Frage der Perspektive

Gewinner oder Verlierer – eine Frage der Perspektive

Wer nach Vorne will, der muss sich an Menschen orientieren, die das erreicht haben, wovon man träumt. Wer Deutscher Meister werden will, muss wie ein Weltmeister trainieren. Dies stimmt auch. Aber es ist nicht (immer) die Weisheit schlechthin.

Wer sich nur mit erfolgreicheren Menschen vergleicht und im Training immer nur gegen stärkere Sportler antritt, der läuft Gefahr, über kurz oder lang sein Selbstwertgefühl empfindlich zu schädigen. Wer sich immer nur an Stärkeren misst, ist lebenslang der Schwächere. Logisch, oder? Sportlich geht es aufwärts, man gewinnt, aber bleibt trotzdem der Loser. Aber warum? Jeder Mensch sollte von Zeit zu Zeit einmal stehenbleiben und auf das zurückschauen, was er schon hinter sich gelassen hat. Gewinner, Verlierer - alles nur eine Frage der Perspektive. Renne ich mit Usain Bolt um die Wette, bin ich eine Schildkröte, im Vergleich mit Ottfried Fischer bin ich jedoch eine Rakete. Dies ist keine Haarspalterei, sondern eine objektive Betrachtung und objektiv sollte man auch bei einer Beurteilung seiner eigenen Fähigkeiten sein. Auf meine Sprintgeschwindigkeit hat dies sicherlich keinen Einfluss, wohl aber auf mein Selbstbewusstsein.

Meine Gedanken zu diesem Thema wurden durch zwei Bücher angeregt. Das eine Buch stammt von Samuel Koch, der Rekorde brechen wollte und dann bei „Wetten, daß…“ einen folgenschweren Unfall erlitten hat. Das andere Buch handelt von Nick Vujicic, der ohne Arme und Beine auf die Welt gekommen ist und sein Leben trotzdem in vollen Zügen genießt. Ein (sportlicher) Ehrgeiz ist gesund, aber man sollte auch immer für das dankbar sein, was einem gegeben ist und für das, was man selbst erreicht hat. Dann fügt sich alles zusammen und man bleibt lebenslang ein Gewinner, egal wie die Würfel fallen.

Nick Vujicic mag vielleicht so limitiert geboren sein, wie man es sich nur vorstellen kann, aber er ist ein Gewinner. Weil er begriffen hat, dass zum Leben auch Dankbarkeit gehört. Gewinner ist, wer wie einer denkt. Dies bedeutet, nicht nur nach vorne zu schauen, sondern auch mal zurück. Wie will man sonst sehen, wen man schon alles überholt hat?

19. Januar 2021

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