Menschen

Mein Sport: Alles auf zwei Rädern

Toni Ebersbach über seinen Sport

Toni Ebersbach

Meine »Bike Zeit« begann mit dem BMX, welches mir meine Eltern zum sechsten Geburtstag geschenkt hatten. Damit zog ich mit meinem besten Freund durchs Dorf und wir kämpften um die längste Bremsspur auf Schotter. Mit 16 wurde mir das zu unspektakulär und ich kaufte mir ein Simson Moped, an dem ich dauernd schraubte. Mit 20 zog es mich wieder aufs Rad, als ich vom »Heavy24« – dem legendären 24-Stunden MTB Rennen – erfuhr. Da mir mein BMX inzwischen zu klein geworden war und ich mein Geld in meine Mopeds investiert hatte, fuhr ich meine ersten Radtouren noch mit einem Penny Markt Rad! Dies ging natürlich nicht lange und so kaufte ich mir endlich ein richtiges Mountainbike, ein »Cube AMS 100«.

Für das Heavy24 schloss ich mich, nachdem ich Kay Sittner kennenlernt, seinem Team »Kuota Chemnitz« an, für das ich immer noch fahre. Nach dem Heavy24 habe ich endgültig Blut geleckt und das Biken machte mir immer mehr Spaß. Neue Freundschaften wuchsen, ich nahm immer mehr an regionalen Wettkämpfen teil und trainierte intensiver. Dabei lernte ich André Lasch und Ronald Kunz kennen und es entwickelte sich schnell eine echte Freundschaft. Natürlich waren die beide fitter und hatten mehr Erfahrungen, aber sie waren nie geizig mit Ratschlägen und halfen mir enorm. Meine Eltern hielten mich allerdings für »bekloppt«, als ich mir dann für rund 5.000 Euro ein High-Tech CarbonRad gekauft habe. Mit diesem bezwang ich viele renommierte Strecken, teilweise auf Touren mit bis zu 190 km und mehr als 4.000 bezwungenen Höhenmetern.

Toni Ebersbach

Da ich vor dem Heavy24 in diesem Jahr bereits drei Teilnahmen hinter mir hatte, entschloss ich mich, diesmal alleine zu starten, dies aber mit einer guten Aktion zu verbinden. Ich entschloss mich, meine ehemalige Kindertagesstätte »Rappelkiste« zu unterstützen und so für die schöne Zeit und Kindheit, die ich dort verbringen durfte, Danke zu sagen. Mit der Aktion »Rappelkiste24« organisierte ich Partner, die für jede bewältigte Runde beim Heavy24 Geld spendeten. Den Erlös stiftete ich der Kindertagesstätte für den Erwerb eines Spielgerätes im Außenbereich. Wie man sieht, dreht sich bei mir alles ums Rad. Ich lege jedoch Wert darauf, aus Freude auf dem Bike zu sitzen und nicht nur, um zu trainieren. Ich habe einfach Spaß und höre auf meinen Körper. Daher finde ich es schade, dass zu reinen Hobby-Rennen immer mehr Profis anreisen und so den eigentlichen Hobbyfahrern das Erlebnis einer guten Platzierung zu nehmen. Da halte ich es lieber mit dem freundschaftlichen Umfeld, welches ich pflege. Da leiht man sich untereinander auch schon mal ein Rennrad, damit der Toni noch ein bisschen für sein eigenes sparen darf, aber trotzdem Rennradtouren fahren kann. Das ist mein Verständnis einer Bike-Gemeinschaft.

Fotos: Privat

15. Juli 2016

Weitere Beiträge zu diesen Themen

Zurück

Weitere Artikel aus dem Bereich Menschen

Ein Kopfstand geht um die Welt

mehr lesen >>

Zu schwul für die Kreisliga? Homosexualität im Sport

mehr lesen >>

Indi Cowie - Mit Ballkontrolle zu Weltrekorden

mehr lesen >>

Interview: Matthias Dolderer

mehr lesen >>

Interview: Pauline Schäfer

mehr lesen >>