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Ratgeber Sportfotografie Teil 1

Einstieg und grundlegende Einstellungen

Sportfotografie

Jeder, der etwas tiefer in das weite Feld der Fotografie vorstoßen möchte, wird irgendwann vor der Frage stehen, welche Einsteiger Digital Spiegelreflexkamera (DSLR) für ihn die richtige ist.

Pauschal gesagt, kann man darauf keine allumfassende Antwort geben, denn fotografieren können alle Kameras. Die eine etwas schneller, die nächste mit mehr Auflösung und die andere etwas schärfer. Sich heutzutage beim Kamerakauf nur noch von technischen Fakten leiten zu lassen, ist meines Erachtens unnötig. Viel wichtiger ist, dass man gut mit der jeweiligen Kamera zurechtkommt und sich mit den verschiedensten Knöpfen und Menüeinstellungen anfreunden kann. Denn nur wer weiß, wie er bestimmte Parameter schnell und beinahe blind einstellen kann, wird nach und nach immer bessere Sportfotos umsetzen können.

Kann ich denn auch mit einer Kompakt- oder Bridgekamera Sportfotos machen? Definitiv! Solange ihr euch von den Automatikmodi der Kamera löst und mit den manuellen Einstellungen Vorlieb nehmt. Dennoch: Wer ernsthaft und langfristig auf dem Gebiet der Sportfotografie einsteigen möchte, sollte die Vorteile einer Spiegelreflexkamera hinsichtlich Geschwindigkeit, Autofokus und Brennweitenbereich ausnutzen.

Das Verhältnis von Belichtungszeit, Blende und ISO
Vergesst die Automatikmodi der Kamera. Auch wenn jeder Anbieter einen vermeintlichen Sportmodus anbietet, hat man mit manuellen Einstellungen viel mehr Freiheiten über das entstehende Bild. Doch was für Parameter muss man überhaupt einstellen, um ein korrekt belichtetes und scharfes Bild zu bekommen? Grundsätzlichen sollte man sich mit dem Trio aus Belichtungszeit, Blende und ISO auseinandersetzen. Die Belichtungszeit steuert, wie lange der Verschluss der Kamera geöffnet bleibt, also wie lange der Sensor dem Licht ausgesetzt wird. Je länger die Verschlusszeit, desto heller wird das Bild. Bei den typischen Sportbildern, wo die Akteure in ihrer Handlung auf dem Foto eingefroren werden sollen, benötigt man aber eine recht kurze Belichtungszeit. Über den Daumen gepeilt sollte es bei Ballsportarten mindestens eine 1/500 Sekunde sein, sonst verwischt der Spieler in seiner Bewegung – das Bild wird unscharf. Was aber macht man, wenn die Umgebung zu dunkel ist, um mit einer schnellen Verschlusszeit zu fotografieren? Dafür kann man zum einen die Blende benutzen. Sie beschreibt den Öffnungsdurchmesser der Lammellenkonstruktion im Objektiv. Je weiter die Blende geöffnet wird, desto mehr Licht kommt auf den Sensor. Angegeben wird der Blendenwert mit f/1,8 , f/3,5, etc. Wichtig: je kleiner der Zahlenwert, desto weiter ist die Blende geöffnet und desto mehr Licht kann man einfangen. Wenn auch das Einstellen einer großen Blendenöffnung noch nicht ausreicht, bedient man sich der ISO-Einstellung. Wo früher noch Filme für jede Helligkeit gewechselt werden mussten, reicht heute ein Klick auf die richtige Taste. Mit der ISO wird die Licht-Empfindlichkeit des Sensors reguliert. Eine hohe ISO ermöglicht kürzere Belichtungszeiten und gibt somit genügend Reserven, um auch bei wenig Licht scharfe Sportfotos zu bekommen. Doch jeder theoretische Tipp ersetzt nicht das kontinuierliche Üben mit der eigenen Kamera. Nehmt euch ein paar Kumpels zusammen oder sucht einen lokalen Sportverein und versucht eure Kamera nach und nach besser zu verstehen und zu bedienen.

Über den Autor
Seine ersten Erfahrungen in der Sportfotografie sammelte Ben Gierig beim American Football Team der Dresden Monarchs. Innerhalb kürzester Zeit erweiterte sich sein Portfolio mit Fotos aus jeglichen Sportbereichen, vom Muay Thai bis hin zum Drachenbootrennen. Mit seiner Kamera will er nicht nur das sportliche Ereignis dokumentieren, sondern vor allem die Emotionen und den Kampfgeist in Bildern einfrieren. Auf seiner einjährigen Weltreise verschoben sich seine fotografischen Aspekte etwas in Richtung Street-, Life-, Beauty- und Hochzeitsfotografie. Dennoch bleibt der 23-Jährige auch weiterhin in der Sportszene aktiv. Aktuell kann man Ben bei den Heimspielen der Dresden Titans in der Margonarena über die Schultern schauen. Weitere Infos, sein Portfolio, sowie aktuelle Arbeiten und Making-of-Einblicke findet ihr unter auf seiner Internetseite.

12. Januar 2016

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