Unterwegs

Reisebericht: Usbekistan - Tadjikistan

Fan-Berge und alte Handelswege

Usbekistan, Tadjikistan

Die ehemaligen Sowjetrepubliken reizten mich schon seit langen und nach Erlebnistouren in Armenien, Georgien und Kirgistan, konnte ich in diesem Jahr mit einer Reisegruppe nach Mittelasien fliegen. Gerade von Usbekistan hörte ich in Bezug auf die grandiosen Kulturdenkmäler sehr viel. Tadjikistan ist eher ein unbekanntes Land für die meisten Touristen. Ich war also gespannt.

Nach dem Flug mit Turkisch Airlines ab Leipzig erreichten wir Ende Juni Taschkent, die Hauptstadt Usbekistans. Das erste Relikt aus der Sowjetzeit war das riesige Hotel Uzbekistan, in welchen wir für die erste Nacht abstiegen. Auch ein Besuch der Metrostationen lohnt sich, da diese alle in verschiedenen Designs gestaltet sind. Fortan begleitete uns nun ein sehr gut deutsch sprechender Reiseleiter und lies uns bei allen kulturellen Besichtigungen hautnah in die Geschichte einsteigen. Doch zu allererst sollte es zum Trekking ins Nachbarland Tadjikistan gehen. Nach ca. zweieinhalb Std. erreichten wir den Grenzübergang Oibek. Leider sind die Beziehungen beider Länder nicht gerade gut und somit erfuhren wir eine unfreundliche und zähe Abwicklung, ehe wir von unserem  neuen Guide Mubin auf der anderen Seite empfangen wurden. Dieser fühte unsere Gruppe von Anfang an sehr locker und lustig und bei einem ersten Essen im Schneidersitz lernten wir uns kennen. Mit Geländewagen fuhren wir nun entlang der Fan Berge bis zum ehemaligen sowjetischen Base Camp Gästehaus Artuch auf ca. 2200m. Hier trafen wir auf den Koch und die Eseltreiber, die uns am folgenden Tag beim Trekking begleitet sollten.

Bei besten Sommerwetter, mit Tagestemperaturen um die 20-26 Grad, starteten wir zu unserer kleinen Trekkingtour über dreieinhalb Tage, entlang 14 verschiedener Seen. Über einen guten Eselpfad wanderten wir entlang Wacholderbäumen und Laubwäldern hinauf auf einen Pass und anschließend leicht bergab bis zum extrem blau schimmernden See Kulikalon. Uns war es warm, das Wetter perfekt - also nix wie hinein ins ca. 14 Grad kühle Nass. Im Anschluss daran ein Picknick am See, es war wie im Paradies. Bis zu unserem ersten Zeltlager wanderten wir anschließend noch an fünf bis sechs Seen vorbei und campierten auf einer saftig grünen Wiese direkt an einem kleinen Bach und dem Kuhtotmacher See. Hier zauberte der Koch uns allabendlich ein wunderbares Mahl und die Glocken der Schafe bimmelten uns in den Schlaf.

Der zweite Tag startete mit einem Traumwetter und die umliegenden Fan-Berge mit ihren Gletschern (z.B der Mirali Peak mit seinen 5060m) schimmerten in der Sonne. Beim Trekking über den Alaudin Pass (3860m) konnten wir noch einige weitere Seen fotografieren. Die Kröning erwartete uns oben auf dem Pass. Nach dieser Anstrengung blickten wir auf der anderen Seite auf den einmalig türkisfarbenen Alaudin See. Ringsherum das wunderbare Panorama der 4000 und 5000er. Danach Abstieg bis zum Ufer des Sees (2800m), wo wir das Lager aufschlugen. Nach dieser siebenstündigen Tour gönnten sich fast alle ein Bad im kalten, aber sehr schönen See.

Der dritte Tag des Trekkings führte die Gruppe nun zum Mutnoje See auf 3600m. Die wunderschöne Wanderung führte durch Wacholderbäume bis zu den Bergfüßen der 5000er Mirali (5060m) und Energija (5120m). Weiterhin erlebte wir den Ausblick auf die Spitze des Tschimtargai Kalon (5489m), der gleichzeitig den höchsten Punkt der Fan-Berge darstellt. Zurück wieder im Alaudin Camp erwartete uns Bier und frische gekochte Leber vom Schaf. Der Gruppe fehlte es an nichts. Einhellig das Urteil: das ist Urlaub!

Der letzte Trekkingtag führte uns durch eine zauberhafte Seen-Landschaft nach unten, wo die Jeeps warteten und uns nach Khujand brachten. Hier konnten wir mit unserem Guide Mubin noch den größten Lebensmittelmarkt in Mittelasien besuchen, ehe es über die Grenze wieder nach Taschkent / Usbekistan ging. Hier verpackten wir die Trekkingsachen und holten die Sommersachen raus, denn die Temperaturen der kommenden Tage lagen zwischen trockenen 35 und 42 Grad. Mit dem Besuch der berühmten Stadt Samarkand startete nun der Kulturteil. In der ehemaligen Hauptstadt an der Seidenstraße besuchten wir das Observatorium vom Herrscher und Wissenschaftler Ulugbek (1428-1429). Weiterhin sahen wir den Komplex Shach-i Sinda aus dem 14-15. Jahrhundert, bestehend aus einigen Mausoleen, die im Laufe von Jahrhunderten von den Timuriden für ihre Familien und engsten Freunde gebaut wurden. Durch die Erzählungen unseres Reiseleiters wurden wir alle förmlich in die damalige Zeit gebeamt und fühlten den Spirit dieser Gegend. Doch dann kam die Krönung: der Registan Platz. An diesem bekanntesten Symbol Usbekistans leuchteten die Farben an den riesigen Bögen und damals wie heute ist die Wirkung auf die Besucher gewaltig. Nach so viel Kultur stand wieder ein Abenteuer auf dem Programm. Via dem Wallfahrtsort Nurata fuhren wir in die Kysylkum Wüste und schlugen in Jurten unser Lager auf. Auf Komfort braucht hier keiner zu verzichten, denn die Jurten sind riesig und mit vielen Kissen und Matratzen für zwei Personen ausgelegt. Auch ein kühles Bier erfreute uns am Abend zu den Gesängen eines Usbeken.

Mit einem zünftigen Ritt auf einem Kamel konnte man am Morgen den kommenden Tag beginnen, der uns dann zuerst ein erfrischendes Bad im Aydarkul See bescherte, ehe wir bis nach Buchara weiterfuhren. In dieser mittelalterlichen Stadt der Poesie und der Märchen besuchten wir die verschiedensten Medresen und islamischen Prachtbauten wie das, das Minarett und die Moschee Kaljan, die Zitadelle Ark, die  Sommerresidenz des Emir von Buchara, den exotischen „Moon and Stars Palace“ und die Bolo Khauz Moschee an. Unvorstellbar was vor hunderten von Jahren gebaut worden war, die gesamte Gruppe war begeistert. Besonders der Besuch bei sehr bekannten Miniaturist Toshev Davlat beeindruckte uns, da er uns in die Kunst der Malerei auf Wasser einweihte. Wie auch in die anderen Städten wurde uns ein kulinarisches Mahl gereicht und bei eine Shisha  und dem Blick in den Sternehimmel endete der Tag in 1001 Nacht. 

Autoreninfo
Peter Kiefer ist der Gründer von AT-Reisen und führt seit 21 Jahren Gruppen in alle Herren Länder. Dabei liebt er speziell die Reisen in die Ex-Sowjetrepubliken und auf die Berge der Welt. Über ähnliche Reisen in die Länder Usbekistan, Tadjikistan, Armenien und Kirgistan informiert er gerne und diese lassen sich auch über sein Unternehmen buchen.

Fotos: Peter Kiefer/ AT-Reisen

02. November 2015

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