Unterwegs

Reisebericht: Neuseeland

Traumziel für Aktive am anderen Ende der Welt

Neuseeland – das Land der langen weißen Wolke. Der Traum vieler Abenteurer, Aussteiger und Aktivurlauber. Nirgendwo sonst auf der Erde findet man so viel Abwechslung und atemberaubende Einblicke in die Natur. Von undurchdringlichen tropischen Regenwäldern, kilometerlangen Sandstränden, gewaltigen glitzernden Gletschern bis zu den, mit blendend weißem Schnee bedeckten, Berggipfeln und Vulkanen unterliegt man der Faszination dieser Inseln am wohl schönsten Ende der Welt. Die beste Art, dieser Natur näher zu kommen ist „Bushwalking“ oder „Tramping“, wie in Neuseeland das Wandern genannt wird. Die schnellste Art ist eine Rundreise über beide Inseln mit dem Auto, gemächlicher geht es mit dem Rad.

Nordinsel - Vulkane, Maoris, Sandstrände

Reisbericht. Nach einem schier endlosen Flug erreichten wir Auckland, die heimliche Hauptstadt Neuseeland's. Noch auf dem Weg in die City gab es eine erste kleine Wanderung auf einen Vulkanhügel, um die lange ruhig gestellten Beine zu bewegen. Nach einer Stadtbesichtigung ging es raus in die ursprüngliche Natur, um eine erste ausgiebige Wanderung zu unternehmen. Weiter ging es entlang der Kalksteinküste zur "Cathedral Cove" und danach zum Baden am "Hot Water Beach". Wir besuchten eine Maori-Siedlung und weitere Sehenswürdigkeiten. Ein absolutes Highlight auf der Nordinsel ist ein Besuch des „Tongariro Nationalpark“, noch intensiver ist das Naturerlebnis bei einer zwei- bis dreitägigen Trekkingtour. Diese begannen wir am „Whakapapa Village“ und nahmen den Weg zum „Tama Sattel“. Rechts erhob sich imposant der Schicksalsberg aus dem Film „Herrn der Ringe“, der Vulkan „Ruapehu“. Links der Vulkan „Ngauruhoe“, an dessen Flanke sich zwei mit Wasser gefüllte Explosionskrater schmiegten, die „Tama Lakes“, die auch ein lohnenswerter Abstecher sind. Bergab ging es weiter durch diese karge, von Naturgewalten geprägte Landschaft bis zu unserem Nachtlager. Am nächsten Morgen stiegen wir entlang faszinierend geformter Lava steil bergan zu den „Emerald Lakes“. Wir starteten früh für klare Sicht auf die faszinierenden Seen, vielfarbigen Krater, schroffen Vulkanschlote und auch für die geplante Besteigung des Ngauruhoe (2287m). Nach leichter Kletterei eröffnete sich vom Kraterrand ein weiter Blick bis zur Westküste. Der Abstieg zurück zum Sattel war schnell geschafft und wir ließen unseren Blick zurück über die sich noch immer verändernde Vulkanlandschaft schweifen. Je weiter wir ins Tal absteigen, umso mehr nahm die Vegetation zu und erste Butterblumen begrüßten uns zurück. Wir nahmen Abschied von den heiligen Bergen der Maories, um uns der nächsten Attraktion auf der Südinsel zu stellen.

Südinsel – Berge, Regenwald, freche Papageien

Wir verließen die Nordinsel mit der Fähre und schon vor der Ankunft begrüßten uns die langen Fjorde der „Marlborough Sounds“ mit ihren von Regenwald bewachsenen Bergflanken. Weiter führte unsere Reise in den „Abel Tasman Nationalpark“. Eine attraktive Form, die bizarre Granitküste mit seinen herrlichen Buchten und goldgelben Sandstränden zu erleben, ist eine Seekajaktour und dies taten wir auch. Schnell war Alles in den großen Doppelkajaks verstaut und die ersten 100m gepaddelt. Nun merkte man, wie ruhig und stabil die Kajaks im Wasser liegen und hatte Zeit, sich umzusehen und den einmaligen Blick und die Landschaft zu genießen. Neben einer Vielzahl von Meeresvögeln und Seelöwen hatten wir das Glück, eine Schule verspielter Delfine beobachten zu können. Übernachtet haben wir auf einem kleinen abgelegenen Camp in einer malerischen Bucht und die drei Tage waren viel zu schnell vorbei. Aber wir wollten ja noch eine weitere Trekkingtour im Fjordland unternehmen. Auf dem Weg dahin besuchten wir die Kalksteingebilde der „Pancake Rocks“, den „Fox“- und „Franz-Josef“-Gletscher und den berühmten Spiegelsee "Lake Matheson". Auf Grund der aktuellen Wetterlage starteten wir von „Te Anau“ aus zur dreitägigen Trekkingtour auf dem „Kepler Track“. Nach drei Stunden war die Baumgrenze erreicht und gelbe Wiesen gaben den Blick auf die Berge und Seen des Fjordlandes frei. Bald war auch die erste Hütte erreicht und nach einer kleinen Pause ging es noch mal los zur „Luxmore Cave“. Der Wegverlauf ist sehr Wetter abhängig, da er über einen lang gezogene Bergrücken verläuft und bei starken Regen und Wind nicht begangen werden darf. Wir hatten aber wieder Glück und konnten schon früh mit der Tour beginnen. Nach dem langsamen Anstieg zur Flanke des „Mt. Luxmore“ ließen wir es uns nicht nehmen, auch den Gipfel zu besteigen. Und wieder bot sich uns ein grandioser Panoramablick. Nach einer Rast ging es über Serpentinen an den Abstieg. Gleich im Anschluss ging es noch zum „Iris Burn“ Wasserfall, der zu einem sehr erfrischenden Bade einlud. Zurück an der Hütte erwartete uns eine Überraschung: „Keas“ - grüne gefiederte Papageien – hat mit ihren kräftigen Schnäbel unsere Sache durchwühlt und alles angeknabbert. Aber das ist eben Neuseeland. Am nächsten Tag durchstreiften wir Buchenwälder und Lichtungen, gingen bis zum „Lake Manapouri“ und nach einer ausgiebigen Badepause zur Hängebrücke „Rainbow Reach“, von wo es zurück nach Te Anau ging. Auf dem Weg nach „Christchurch“ besichtigten wir noch den „Milford Sound“, „Queenstown“, die „Moeraki Boulders“ und den „Mount Cook Nationalpark“. Erlebnisse, die unsere Neuseeland-Tour würdig abschlossen.

Reiseinfos Neuseeland
Die beste Reisezeit ist Oktober/November und Februar/März/April. Im Dezember und Januar ist Hochsaison und es herrscht viel Tourismus, was Wanderer vielleicht nicht so stört, da die meisten Touristen nicht zu Fuß unterwegs sind. Flüge nach Neuseeland gibt es ab 1400 Euro je nach Fluggesellschaft. Ein Visa erhält man bei der Einreise. Der Reisepass muss jedoch mindestens drei Monate über den Rückflug gültig sein. Mehr Informationen gibt es auf „Tourism New Zealand“ und beim Neuseeland-Reisen-Spezialist „Rawakas“.
www.newzealand.com/de | www.rawakas.de

Autoreninfo
Sven Uschner ist seit 21 Jahren als Reiseleiter für Rad-, Wander-, Kanu-, Ski und Familienreisen auf fast allen Kontinenten unterwegs. 2013 gründete er sein eigenes Reiseunternehmen RAWAKAS und hat sich auf Aktivreisen nach Neuseeland spezialisiert.

Fotos: Sven Uschner, RAWAKAS GmbH

24. Juni 2015

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