Unterwegs

Reisebericht: Irland

Irlands Westküste

Irland

Irland, die grüne Insel. Sie übte auf mich schon immer einen besonderen Reiz aus und nun, da ich Teile davon kennen lernen konnte, freue ich mich ganz besonders, meine Eindrücke an reiseinteressierte Leser  weiter geben zu können. Meine Erlebnisse stehen exemplarisch für die Schönheit und Vielfältigkeit des Landes, das man selbstredend nicht in ein paar Tagen erfassen kann.

Meine Reise begann auf dem Flughafen Berlin-Schönfeld. Dort angekommen gab es die ersten Ärgernisse. Ryanair verlangte 45 Euro Nachgebühr, da ich den Online-Check-In vergessen hatte. Mein Fehler. Zahlung mit EC-Karte? Denkste. Ryanair kennt nur Kreditkarten oder Bares. Zumindest erinnerte man mich daran, für den Rückflug selbigen Fehler nicht nochmal zu begehen. Zweieinhalb Stunden später traf ich im schönen Dubliner Flughafen ein. Nun stand eine 300km Busfahrt ins Städtchen Tralee an. Unterbrochen von einem feinen Essen in Kildare, im „The Silver Restaurant“. 19 Uhr erreichte wir das „Ballygarry House Hotel“. Von außen noch recht unscheinbar, offerierte es im Inneren den britisch-irischen Charme, den ich erwartet hatte. Abgeschlossen wurde der Abend mit einem üppigen Essen, welches für mich aus einem saftigen Steak (medium rare) und einem Whiskey (Powers) bestand.

Am zweiten Tag konnte ich das berüchtigte Irish-Breakfast kennen lernen. Nichts für schwache Croissant- und Marmelade-Mägen. Zwei Scheiben Schinkenspeck, ein Spiegelei, zwei Bratwürste und jeweils eine Scheibe gebratene Leber- und Blutwurst. Das gibt Tinte auf den Füller. Nach dieser deftigen Morgenspeise ging es auf die Dingle Halbinsel. Angesetzt war eine Bootstour, bei der wir unser Mittagessen selbst fischen konnten. Geangelt hatte ich noch nie und ich halte auch nicht viel davon, als Freizeitspaß Fische auf einen Haken zu spießen. Da ich aber Fisch esse, war es nur konsequent, diesmal auch den kompletten „Gewinnungsprozess“ zu durchlaufen. Für unser Mittag konnte ich einen Seelachs und fünf Makrelen beisteuern. Dazwischen schoss ich atemberaubende Bilder der Küste und sah auch die Flosse des berühmten Delphins „Fungie“, der bereits seit 30 Jahren die Gewässer um Kerry bewohnt. Zurück an Land erwarteten uns Kochschürze, Filetiermesser und Mark Murphy, der Kopf der „Dingle Cookery School“. Dieser zeigt uns, wie man die Frische eines Fisches prüft, ihn ausnimmt, filetiert und brät. Anscheinend stellte ich mich nicht dumm an, denn Mark nickte mir wohlwollend zu und gab mir den Titel des „Cheffiletierers“. Im weiteren Verlauf blanchierten wir Gemüse, setzten eine „Crème Brûlée“ an und lernten, wie man einen standesgemäßen „Irish Coffee“ zubereitet. Man kann sich denken, dass frischer Fisch, feinste Zutaten und professionelle Verarbeitung zu einem kulinarischen Erlebnis führten, welches ich so schnell nicht vergessen werde. Nach dem Essen nahmen wir an einer geführten Radtour entlang der Küste teil. Auch diese belohnte uns mit einer atemberaubenden Landschaft, die wir glücklicherweise bei bestem Wetter genießen konnten. Nach einem kleinen Museumsbesuch im „Blasket Island Centre“ endete unser Abend im „Carrig House Hotel“, welches einem urgemütlichen Landsitz ähnelte. Prasselndes Kaminfeuer, edle Tapeten, bequeme Lounge-Möbel, alte Bücher, antike Bilder und überall kleine Räumen zum Entspannen, Lesen oder Schach spielen. Auch mein Zimmer hielt, was das Hotel versprach und bot einen herrlichen Blick auf einen grünen Garten und einen kleinen See.

Der dritte Tag in Irland führt die Reisegruppe nach Valentia Island. Dort lernten wir die engagierte Meeresbiologin Lucy Hunt vom „Sea Synergy Marine Awareness Centre“ kennen, die uns Wissenswertes über die Delphine und Wale der Küstenregion erzählte. Gemeinsam mit Lucy erklommen wir eine Anhöhe mit einem Aussichtsturm, der einen Panoramablick über Festland und Küste bot. Von hier aus konnte man auch die Insel „Skellig Michael“ erkennen. Früher war dort ein kleines Kloster, aktuell ist die malerische Insel in aller Munde, da dort Szenen des neuen „Star Wars“ Film gedreht wurden. Im Gegensatz zu den Iren, die dies wie einem WM-Sieg feiern, konnte ich die Begeisterung für diesen Weltraumklamauk nicht verstehen. Ich ergötzte mich lieber an der frischen Luft, der Meeresbrise und der rauen Natur und ihrer ungeschliffenen Schönheit. Nach dieser erfrischenden Wanderung zogen wir weiter nach Waterville zu einer Golfschnupperstunde. Liam und Brian Higgins konnten als eingefleischte Golf-Pros bei mir sofort Begeisterung wecken. Von Natur aus kompetitiv eingestellt, konnte ich es kaum erwarten, mit dem „Driver“ meinen Golfball in den Orbit zu jagen. Dies klappte zu Beginn ganz gut, leider war dies nur Anfängerglück, denn danach schlug ich mehr Luftlöcher als Bälle. Aber ich hatte meine Freunde und war fast enttäuscht, als es nach einer Stunde vorbei war. Dies hielt aber nicht an, denn unser nächstes Hotel, das „Parknasilla Resort & Spa“, zog mich sofort in seinen Bann. Endlich ein echtes Schloss. Von den zwei Flügeln aus bot es fast in allen Zimmer einen traumhaften Blick auf die Meeresbucht, umsäumt von kleinen Hügelketten und wunderschöner Vegetation. Daher nutze ich die Zeit vor dem Abendessen auch nicht für ein Nickerchen, sondern begeisterte mich an den schönen Räumlichkeiten des familienfreundlichen Hotels und unternahm einen kleinen Spaziergang zum nahe gelegenen Golfplatz und einer alten Burgruine. Das Abendessen, bei dem uns Hotelchef Tony Daly begleitete, wartete mit einem erlesenen Fünf-Gänge-Menü auf, bei dem ich einmal mehr zart gebratenes Weide-Rind als Gaumenfreude genoss.

Der vierte Tag in Irland stand im Zeichen des Wassersports. Dementsprechend begann der Vormittag mit einer E-Kajak-Tour. Dass es solche Gefährte überhaupt gibt, war selbst mir neu. Die Bedienung der Kajaks war recht einfach. Mit den Füßen konnte man links und rechts ein Steuerruder betätigen und mit einem Handhebel die Geschwindigkeit variieren. Nach einer kurzen Eingewöhnung erkundeten wir die Bucht, sahen unser majestätisches Hotel aus der Ferne und konnten auf einer Sandbank sogar Seerobben beobachten. Nach dieser schönen Tour ging es nach Derrynane House. Dort befand sich das Geburtshaus des bedeutenden irischen Politikers Daniel O’Connell, welches Relikte aus seinem Leben und politischen Karriere beherbergte. Mehr über ihn erfuhren wir bei einer Führung. Nach einem herzhaften Imbiss, der bei mir aus einem Krabben-Baguette bestand, ging es an den Strand. Unter Anleitung lernte ich hier, wie man ein kleines Segelboot steuert. Kurze Zeit später konnte ich schon alleine mit meinem kleinen Boot den Hafen umsegeln. Es erfasst mich ein Gefühl der Freiheit und ich geriet ins Träumen. So sehr, dass ich bei einer Wende kurzerhand aus dem Boot fiel. Diese Wassertaufe gehörte für mich einfach dazu. Nach dieser Erfrischung ging es wieder „on the road“ nach Killarney. Das dortige „Lake Hotel“ war erneut eine Augenweide. Im Inneren setzte sich auch dort ein Stil fort, der dem langweiligen, uniformierten Ambiente der bekannten Hotelketten widersprach. Jeder Gesellschaftsraum war urgemütlich, strahlte Herrschaftlichkeit und gepflegten Luxus aus. Leider war unsere Zeit an diesem Abend knapp bemessen, so dass wir nach einem kurzen Frischmachen und Begrüßungsdrink an der Bar bereits wieder im Taxi saßen und zum „Danny Mann Pub“ fuhren. Es hätte mich auch enttäuscht, Irland ohne einen Pub-Besuch zu verlassen. Vorgestellt hatte ich mir eine kleine, bierselige Kneipe, in der „Fish and Chips“ gegessen werden und die Bierkrüge durch die Luft fliegen. So war es aber nicht, denn dieses Pub war ein gediegenes Restaurant, in dem sich gut gelaunte Besucher jeden Alters tummelten. Bei Guiness, Cider und irischer Livemusik klang der letzte Abend in Irland aus.

Irland kann man mit dem Flugzeug oder Auto erreichen. Allerdings erfordert der Linksverkehr doch einige Gewöhnung und im Parkhaus wird man (mit seinem eigenen Auto) ohne Beifahrer daran scheitern, die Parkkarte aus dem rechten Fenster auszulösen. Ohne Auto ist man in Irland jedoch sehr eingeschränkt, daher empfiehlt sich auch als Fluggast die Reservierung eines Mitwagens. Preiswerte Flüge bieten „Ryanair“ und „Aer Lingus“ an. Hin- und Zurück bereits für unter 150,- €. Wer, wie ich die Westküste sehen möchte, sollte sich über „Tourism Ireland“ auf alle Fälle über den „Ring of Kerry“ und den „Wild Atlantik Way“ informieren. Ansonsten sollte man noch wissen, dass in Irland der Euro als Zahlungsmittel gilt, in Nordirland jedoch Pfund. Ansonsten ist Irland ein unkompliziertes Land. Die Menschen sind sehr offen und freundlich und auch das Englisch wird weitestgehend ohne starken Akzent gesprochen. Gründe, Irland nicht einmal zu besuchen, fallen mir keine ein. Außer man hat eine Allergie gegen grüne Wiesen, Schafe und Kühe.

Kontakt für Reiseinteressierte

Irland Information (Tourism Ireland)
Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 66800950
www.ireland.com, info.de@tourismireland.com

Fotos: Stefan Mothes, Pressebüro Jörg Berghoff, Marie McDonnell / Parknasilla Hotel & Resort

07. Juli 2016

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