Unterwegs

Reisebericht: Finnland´s Norden – Winterwunderland, Schneeflocken und Schlittenhunde

Reisebericht: Finnland´s Norden – Winterwunderland, Schneeflocken und Schlittenhunde

Es war Mitte Januar, hier in Deutschland waren die Temperaturen eher mild als winterlich frisch und keine Schneeflocke in Sicht. Als „Wintermensch“ kam mir die Reise nach Finnland, zu der ich eingeladen wurde, gerade recht. Endlose Wälder, tief verschneite Winterlandschaften, tausende Seen und die frische Luft laden zum Genießen und zu den verschiedensten Winteraktivitäten ein.

Meine Reise begann in Berlin. Gemeinsam mit einer kleinen Reisegruppe flog ich mit Finnair in die Hauptstadt Helsinki. Von dort aus ging es mit einer Propellermaschine weiter gen Norden. Etwa eine Stunde später landeten wir auf dem kleinen Flughafen von Kajaani. Kajaani liegt in der Region Kainuu, einem eher dünn besiedelten Gebiet im Zentrum von Finnland. Das Landschaftsbild ist vor allem durch die vielen Seen in der Gegend geprägt – darunter auch der Oulujärvi, das fünftgrößte Binnengewässer Finnlands. Vor dem Flughafengebäude wartete schon der Minibus auf unsere kleine Reisegruppe. Über die schneebedeckten Straßen rollten wir unserem Ziel immer näher. Es kamen uns nur wenige Autos entgegen und auf den Straßen sah man nur vereinzelt Menschen. Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichten wir den Ort Paljakka, der am Fuße des gleichnamigen Skigebiets liegt – wobei der Berg im Vergleich zu unseren Bergen und Skigebieten nicht wirklich hoch ist. Der Ort spiegelt aber genau das wider, was ich mir von Finnland erwartet hatte – ein wahres Winterwunderland mit kleinen Holzhütten inmitten einer tief verschneiten Traumlandschaft. Wir kamen im Hotel Paljakka unter. Hier wurden wir mit einem traditionellen finnischen Essen begrüßt. Es gab einen lecker zubereiteten Fisch und als Dessert das sogenannte „Leipäjuusto“ – dies ist ein finnischer Käse, der süß serviert wird. Vollgegessen und voller Vorfreude auf den nächsten Tag ging es nun in das kuschlig warme Zimmer.

Als ich aufwachte, war es noch ziemlich dunkel draußen. Nach einem stärkenden Frühstück sollte mein aktionsreicher Tag beginnen. Noch in der Morgendämmerung machten wir uns auf den Weg zum nicht weit entfernten Safari-Haus. Dort standen die Schneemobile schon für uns bereit. Wir liehen uns noch die entsprechende Winterkleidung aus und bekamen eine ausführliche Einweisung. Dann ging es auch schon los. Nach ein paar Einführungsrunden hatte ich schnell ein Gefühl für mein Gefährt bekommen. Es konnte nun also richtig losgehen. Wir fuhren zuerst bergauf durch die beeindruckende finnische Landschaft. Die Natur war atemberaubend schön – die Bäume waren tief verschneit und die Spitzen bogen sich leicht nach unten und riesige Eiszapfen hingen an den kleinen Hütten, die vereinzelt am Wegesrand standen. Nach einer ausführlichen Tour durch die Bergwelt von Paljakka kehrten wir zum Safari-Haus zurück. Hier wartete bereits der nächste Programmpunkt auf uns. Mit den Fatbikes machten wir eine Fahrradtour durch den Ort. Hierbei musste ich schnell feststellen, dass Kurven mit Vorsicht zu genießen sind.

Eine Angel, einen Köder, einen Bohrer und einen warmen Tee – mehr braucht es nicht, um dem Lieblingshobby der Finnen nachzugehen. Auf einem kleinen See in Paljakka bohrten wir dann unsere Löcher in das Eis. Es braucht schon etwas Geduld, bis ein Fisch anbeißt, aber in der bezaubernden Umgebung wartet man gern und genießt die Einsamkeit und Ruhe um einen herum. Während des Wartens wurde es schon wieder dunkel. Eine Pistenraupe holte uns ab und brachte uns zu einer kleinen Hütte am Berg. Die Bäume um das Haus waren tief verschneit und es kam uns der herrlich duftende Geruch des Kamins entgegen. Drinnen wartete ein gedeckter Tisch mit geräuchertem Fisch und natürlich auch Vodka auf uns. Gut gesättigt machten wir uns auf den Heimweg – dieses Mal aber nicht mit der Pistenraupe, sondern etwas sportlicher mit den Schneeschuhen. Ausgerüstet mit Stirnlampen begaben wir uns auf den Weg nach unten. Eigentlich war das die perfekte Möglichkeit, um die Aurora Borealis zu sehen. Leider war der Himmel sehr bedeckt, sodass wir keine Chance hatten, die tanzenden Lichter am Himmel zu betrachten. Was im Alltag in Finnland natürlich nicht fehlen darf, ist die traditionelle finnische Sauna und nach diesem Tag war das der perfekte Ausklang.

Ein neuer Tag brach an und eine neue Destination wartete bereits auf uns – Vuokatti. Der Ort befindet sich südöstlich von Kajaani und verspricht jede Menge Spaß und Abenteuer inmitten einer einzigartigen Natur. Der Ort verfügt außerdem über ein olympisches Trainingscenter und bietet tolle Möglichkeiten, Winteraktivitäten auszuüben. Wir besuchten den Snowboarding Tunnel, der nicht nur mit dem Snowboard Spaß macht, sondern auch mit einem Snowtube. Außerdem verfügt das Areal über einen Ski-Tunnel, der es auch möglich macht, in der Sommerzeit langlaufen zu gehen. Wir versuchten uns jedoch im Tretschlitten fahren – ein beliebtes Fortbewegungsmittel der Finnen, das in den Wintermonaten eine gute Alternative zum Fahrradfahren ist. Dann stand für mich das absolute Highlight auf dem Programm – eine Hundeschlittentour. Wir kamen mit dem Bus immer näher und umso näher wir kamen, desto lauter erklang das Bellen der Hunde. Schließlich erreichten wir die Vuokatti Safari Husky-Farm. Wir wurden herzlich empfangen und bekamen bei Kaffee und Kuchen eine Einweisung zum Hundeschlittenfahren. Nachdem wir noch die passende Kleidung bekommen hatten, konnten wir endlich zu den Huskys. Aufregung lag in der Luft, die Huskys bellten laut und wollten nur noch los. Nach kurzem Kennenlernen unseres Hundeteams schwangen wir uns in 2er- Gruppen auf die Schlitten und fuhren durch die hinreißende Winterszenerie. Jetzt wo es losging, wurden die Hunde sofort ruhiger und zogen die Schlitten in angenehmer Geschwindigkeit hinter sich her. Als wir wieder zurückkamen, blieb noch genügend Zeit, um sich noch etwas mit den Huskys zu beschäftigen. Sie genossen die Streicheleinheiten von uns sehr. Alles in allem ist die Husky-Farm sehr schön angelegt und bietet den Huskys viel Platz. Wir besuchten noch die anderen Huskys, die auf der Farm leben. Danach fuhren wir weiter zu unserer Unterkunft, dem Break Sokos Hotel in Vuokatti. Wir ließen uns das leckere traditionelle Abendessen schmecken und gingen zum Entspannen in die Sauna.

Nach dem Frühstück verließen wir das Hotel und bekamen eine professionelle Übungseinheit im Langlaufski. Ich bin schon öfters Langlaufen gewesen, aber das war nichts im Vergleich zu dem, was der Trainer uns zeigte. Nach dem Training hatten wir uns unser Mittagessen wirklich verdient. Anschließend begaben wir uns zu einer kleinen Hütte in einen verschneiten Wald am Rande eines idyllischen Sees. Im Inneren der „Vuokatinhovi Kammi“ brannte ein offenes Feuer in der Mitte des Raumes. Nach einem leckeren Hauptgang konnten wir uns dann noch ein Stockbrot über dem offenen Feuer selbst zubereiten.                                    

Am letzten Tag stand noch ein ganz besonderes Erlebnis auf dem Programm – einmal im Winter in Finnland baden. Natürlich nicht einfach so, dafür wäre es viel zu kalt. Wir bekamen einen speziellen Floatinganzug. Der Anzug ist komplett wasserdicht, sodass man ganz einfach seine normale Kleidung darunter anbehalten kann. Nur an den Händen bekamen wir Neopren-Handschuhe, die uns zwar nicht vor dem Wasser, aber zumindest vor der Kälte schützten und falls die Finger doch zu kalt wurden, stand ein Eimer mit warmen Wasser für uns bereit. Es war ein Riesenspaß – wir ließen uns gemütlich im Wasserloch treiben und konnten durch Springen das Eis unter unseren Füßen zum Brechen bringen, um in das Wasser zu gelangen.

Nun nahm meine Reise leider schon ein Ende. Mit unvergesslichen Erlebnissen und Eindrücken im Gepäck nahm ich Abschied vom winterlichen Finnland und kehrte in die Heimat nach Deutschland zurück.

Reisebericht & Fotos: Lisa Balke

08. Oktober 2018

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