Unterwegs

Ausflugstipp: Der Harzer-Hexen-Stieg

Teuflisch schön und höllisch spannend

Harzer-Hexen-Stieg

Wer den Harz zu Fuß von seinen schönsten Seiten kennen lernen möchte, der sollte den wohl bekanntesten Weitwanderweg der Region, den »Harzer-Hexen-Stieg«, nutzen. Auf rund 100 Kilometern kann die gesamte Vielfalt des märchenhaft mystischen Gebirges erlebt werden. Dabei verbindet der Weg die Orte Osterode im Südwesten und Thale im Nordosten. Der »Qualitätsweg Wanderbares Deutschland« wurde 2003 eröffnet und erfreut sich seither wachsender Beliebtheit. Die kostbaren Schätze am Wegesrand und die beeindruckenden Naturphänomene machten ihn 2008 außerdem zu Deutschlands beliebtesten Wanderweg. Im Reigen der »Top Trails of Germany« gehört er zur Familie der schönsten Fernwanderwege Deutschlands. Das gemeinsame Projekt des Harzer Tourismusverbandes, des Harzklubs und des Nationalparks Harz besticht durch eine Vielzahl historischer Highlights und eine überwältigende Naturlandschaft. So führt er entlang Jahrtausender alter Hochmoore und mittelalterlicher Fachwerkstädte. Die Bergbaugeschichte des Harzes begleitet ihn auf Schritt und Tritt. Der Weg verläuft auf Teilen des Grünen Bandes und führt über den wohl symbolträchtigsten Berg der deutschen Teilung – den Brocken.

Die Route

Der Harzer-Hexen-Stieg beginnt in Osterode auf alten Handelswegen durch das faszinierende Weltkulturerbe »Oberharzer Wasserwirtschaft«, vorbei an Bergbauteichen in den Nationalpark Harz. In Torfhaus teilt sich der Weg. Auf der Brockenumgehung geht es auf dem Märchenweg durchs Moor, entlang des Rehberger Grabens durch die Bergwiesen bei Sankt Andreasberg und am Silberteich vorbei. Auf der Hauptroute beginnt in Torfhaus der Aufstieg auf den sagenumwobenen Brocken mit seiner wechselvollen Geschichte. Vom Brocken hinab geht es in das Gebiet der Rappbodetalsperre. Der Hauptweg führt nördlich der Talsperre durch das Tiefenbachtal mit seinen botanischen Besonderheiten, längs des Höhlenortes Rübeland mit den berühmten Tropfsteinhöhlen und durch alte und neue Bergbaugebiete. Die Südroute geht entlang der Rappbodevorsperre über Hasselfelde und den Köhlerpfad mit Köhlereimuseum Stemberghaus. Bei Altenbrak treffen beide Strecken wieder aufeinander und es geht auf den Höhepunkt der Wanderung zu: das Bodetal, auch »Grand Canyon des Nordens« genannt. Hier führt der Weg den Wanderer entlang der Bode – vorbei an bis zu 250m hohen Granitwänden – zum brodelnden Bodekessel und über die Teufelsbrücke. Zum Abschluss bieten sich Aufstiege (oder Fahrten mit Kabinenbahn) auf den Hexentanzplatz oder die Rosstrappe an, von denen man zum Ausklang der Wanderung wunderbare Blicke zurück über das Bodetal werfen kann. Ob in vier oder in sieben Tagen, die Etappen am Harzer-Hexen-Stieg können so gewählt werden, dass man als sportlich ambitionierter oder genussvoller Wanderer auf seine Kosten kommt. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Harzer-HexenStieg zu erwandern. Pauschalangebote bieten Touren mit unterschiedlichen Etappenlängen, Übernachtungs- und Transportmöglichkeiten sowie umfangreiche Serviceleistungen an.

Streckenprofil

Der Harzer-Hexen-Stieg ist mit dem Hexensymbol ausgeschildert, im Bereich der Brockenumgehung, ist die Hexe mit einem »B« versehen. Generell wird die Schwierigkeit des Harzer-Hexen-Stieges als »mittel« eingestuft. Für den geübten, konditionsstarken Wanderer ist der HarzerHexen-Stieg durchaus in vier Etappen zu erwandern. Sowohl der erfahrene Wanderer als auch der Wandereinsteiger wird bei richtiger Einteilung viel Freude am HarzerHexen-Stieg haben. Der Harzer-HexenStieg ist gut begehbar, meist ist man auf naturbelassenen Waldwegen unterwegs, im Bereich des Oberharzer Wasserregals auch auf schmalen Pfaden entlang der Wassergräben. Breitere Wege finden sich insbesondere auf den ersten Kilometern von Osterode Richtung Buntenbock und im Bereich um den Brocken. Teilweise sind die Wege auch wurzelig und felsig, dies gilt insbesondere für den Magdeburger Weg hinauf nach Torfhaus und das beeindruckende Bodetal am Ende des Harzer-HexenStieges. Die beste Reisezeit ist von Mitte April bis Ende Oktober. Richtig heiß wird es im Harz selten, so dass auch der Sommer eine gute Wanderzeit ist. Wer eine Variante mit Brockenübernachtung einplant, sollte möglichst so planen, dass diese nicht auf einen Freitag oder Samstag fällt, um den Wochenendausflüglern aus dem Weg zu gehen. Grundsätzlich wird man zu jeder Jahreszeit auf dem Harzer-Hexen-Stieg oft über lange Strecken nur wenige andere Wanderer treffen. Ausnahmen von dieser Regel bilden, zumindest am Wochenende, der Brocken und das Bodetal.

Empfohlene Ausrüstung

Unabhängig von der Jahreszeit empfehlen sich knöchelhohe, eingelaufene Wanderschuhe mit gutem Profil, passende Wandersocken, Regenschutz und warme Bekleidung für den Oberkörper. Insbesondere im ungeschützten Bereich des Brockens kann es zu jeder Jahreszeit empfindlich kalt werden. Außerdem sollte sicherheitshalber Sonnenschutz, z.B. eine Mütze (ebenfalls insbesondere für den Brockenbereich) am Mann geführt werden. Für die Wanderungen braucht es einen Tagesrucksack, Verpflegung und ausreichend zu Trinken. Trekkingstöcke sind kein Muss, aber hilfreich. Wichtig zu wissen: Die Orte entlang des Harzer-Hexen-Stieges bieten nur wenige, teils auch gar keine Einkaufsmöglichkeiten. Oft gibt es auch keinen Geldautomaten.

Anreise

Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann dieses während der Wanderung auf dem kostenfreien Großparkplatz »Bleichestelle« am Start des Harzer-Hexen-Stieges parken. Der Rücktransfer vom Endpunkt der Wanderung (Thale oder Quedlinburg) ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, aber etwas umständlich. Reiseveranstalter wie z.B. »Wandern im Harz« bieten grundsätzlich einen Rücktransfer im Paket mit an. Dies gilt auch für Bahnreisende, deren Ankunftshaltestelle der Bahnhof »Osterode Mitte« ist.

Linktipps

www.harzer-hexen-stieg.de - Infoseite des Harzer Tourismusverbandes mit nützlichen Infos rund um die Region, Übernachtungsangeboten und der Möglichkeit, Infomaterial anzufordern.

www.wandern-im-harz.de/hexenstieg - Webseite der Firma „Wandern im Harz“, einem sehr erfahrenen, ortsansässigen Wandertouren-Anbieter mit einem umfangreichen Tourenangebot, welches ohne Aufpreis auch einen Rücktransfer zum Startort anbietet.

Fotos: Harzer Tourismusverband, Wandern im Harz GbR

30. Januar 2016

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