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Hinter den Kulissen: Sandsteinblogger.de

Im Internet gibt´s eine neue Adresse für kletter- und wanderbegeisterte Sachsen: den Sandsteinblogger. Das für mobile Endgeräte optimierte Online-Magazin dreht sich um Berge, Bewegung, Landschaft, Natur – kurz: ums Draußensein. Vor allem in der Sächsischen Schweiz.

Rucksackbemmen. Gipfeltreffen. Eine Nacht unter Sternen. Oder unter Steinen. Wege ins Abenteuer. Wege zum Innehalten. Felswände. Vielleicht auch Wölfe. Das alles ist die Sächsische Schweiz. Und somit ein potenzielles Thema für den Sandsteinblogger. So heißt ein noch junges Online-Magazin aus Dresden, das im vergangenen November ins Netz ging und seitdem vor allem im Umfeld der Landeshauptstadt zügig Leser gewinnt. Hinter der Seite steckt kein Hobby-Blogger, sondern ein gelernter Journalist: Hartmut Landgraf (Foto), ehemals Redakteur bei der Sächsischen Zeitung in Pirna und dort u.a. für Bergsport- und Naturthemen zuständig. Auch privat ist der Dresdner viel im Elbsandstein unterwegs. Die Idee für den Sandsteinblogger geisterte ihm schon eine ganze Weile durch den Kopf: Die Sächsische Schweiz als eine der bedeutendsten und schönsten Felslandschaften Europas und fraglos wichtigstes Kletter- und Wandergebiet im Osten Deutschlands mit jährlich Hunderttausenden Besuchern – diese Konstellation schien wie geschaffen für ein lokales Outdoor-Medium. Der Ansatz: Allgemeinverständlicher Lesestoff für echte „Draußenseiter“. Viel Elbsandstein – und ein bisschen Drumherum. Wobei das Drumherum auch schon mal der Himalaya oder die bizarren Felsklippen Patagoniens sein können. Das alles online, für Tablets und Smartphones optimiert und damit rucksacktauglich. Die Geschichten erscheinen wöchentlich, wobei das Hauptaugenmerk nicht der Aktualität gilt, sondern der Story. Eine Tourendatenbank will der Sandsteinblogger nicht sein: Viele Online-Formate, namentlich im Outdoor-Bereich, seien auf schnellen Nutzwert getrimmt. „Man geht in einer Flut von Ausrüstungstests und Wandertipps unter“, sagt Hartmut Landgraf. Das reduziere die Outdoor-Begeisterung der Leser zu sehr aufs Technische. Überspitzt gesagt: Das Abenteuer kommt in Gestalt einer Gebrauchsanweisung daher. Es fehlt der Treibstoff – die Geschichte. Das will der Sandsteinblogger anders machen.

Kann das funktionieren? Der Initiator sieht seine Seite erstmal als Experiment – und nach gerademal fünf Monaten sind die Mediadaten des Sandsteinbloggers auch noch nicht wirklich aussagekräftig. Aber die Tendenz geht zunehmend in die richtige Richtung: Seit November habe das Magazin mehr als 55.000 Seitenabrufe registriert – zuletzt über 18.000 im Monat. Zum überwiegenden Teil kommen die Klicks aus Sachsen, zunehmend aber auch aus anderen Bundesländern und dem Ausland. Sogar aus den USA hatte der Sandsteinblogger im letzten Monat schon 200 Besucher.

www.sandsteinblogger.de

Foto: Dana Landgraf

24. Juni 2015

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