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Fasten oder Heilfasten – wo sind die Unterschiede?

Heilfasten

Die meisten Fastenleiter bieten Kurse für ein vorbeugendes Fasten zur Erhaltung der Gesundheit an, das strenggenommen kein „Heil“-Fasten ist, bei dem man Krankheiten positiv beeinflusst. Per Definition bedeutet Fasten eine Reduktion der Kalorienaufnahme auf unter 500 kcal/Tag. Bei der Buchinger-Methode sind es nur 250 – 300 kcal/Tag und beim Heilfasten nach Professor Uehleke sind 250 kcal/Tag die Obergrenze. Die Kalorienreduktion beim Fasten regt die Selbstheilungskräfte des Körpers an. Die Besonderheit beim eigentlichen Heilfasten ist die medizinische Betreuung (ärztliche Untersuchungen, Labortests), so dass auch auf spezielle Indikationen individuell eingegangen werden kann. Die wichtigsten Unterschiede beim Heilfasten nach Professor Uehleke sind zum einen die Einnahme einer nicht unwesentlichen Dosis Heilerde, die notwendig für die Bindung der Gifte ist und zum anderen die reichliche Einnahme von Flohsamenschalen, die für die Ausscheidung der gebundenen Gifte zuständig sind. Bei vielen anderen Fastenarten werden die Gifte zu wenig gebunden. Unabdingbar bleibt aber auch bei der Methode nach Prof. Uehleke das Abführen.

Für wen ist Fasten sinnvoll?

Wer sich mit Gesundheitsproblemen wie Schlafstörungen, hohem Blutdruck, erhöhtem Cholesterinwerte, hohem Blutzuckerwerte, Übergewicht gepaart mit Stress, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel herumschlägt, der kann mit dem Fastenkurs einen Wendepunkt setzen. Gerade Patienten, die genau auf „der Kippe“ stehen und noch rechtzeitig Einsicht in die eigene Verantwortung für ihre Gesundheit gewinnen, erzielen sofort sichtbare Erfolge. Aber nicht nur Personen, die bereits Verschlechterungen der Gesundheit bemerken bzw. Krankheiten positiv beeinflussen wollen, sondern auch Gesunde, denen bewusst wird, dass es schädlich für die Gesundheit werden kann, wenn der Lebensstil so fortgeführt wird, erleben im Fasten den Anstoß, das Leben wieder intensiver und bewusster zu leben.

Ist Fasten eine qualvolle Hungerkur?

In den ersten 2 Tagen „beschwert“ sich der Körper, dass er nicht bekommt, was er gewohnt ist. Das kann leichte Hungergefühle verursachen. Danach wird jedoch der Schalter umgelegt. Der Körper erkennt selbst, von außen kommt kein Nachschub und geht an die Reserven. Wenn einmal der Schalter umgelegt ist, dann ist im Normalfall der Hunger verschwunden. Was es noch geben kann, sind leichte Gelüste oder Fantasien, die uns unser Kopf vorgaukelt.

Wie fühlt man sich nach dem Heilfasten?

Teilnehmer berichten von mehr Ausgeglichenheit, besseren Blutwerten, einem klaren Kopf und insgesamt einem Wohlgefühl. Aber der wichtigste Effekt nach dem Fasten ist, dass die meisten Teilnehmer stark motiviert sind, ihren Lebensstil nachhaltig hin zu mehr Gesundheit zu verändern.

Was sollte man nach dem Fasten beachten?

In der Regel sollte man die gleiche Anzahl Aufbautage wie Fastentage einhalten. Wichtig ist, auch in Zukunft den gesundheitsfördernden Effekt des Fastens in das alltägliche Leben mitnehmen.

Autoreninfo

Annett Isabell Marx ist Dipl. Sozialpädagogin mit verschiedenen Zusatzausbildungen im Bereich Erwachsenenbildung. Sie besitzt Ausbildungen zur ärztlich geprüften Fastenleiterin, Naturkostfachberaterin, Nordic Walking Trainerin und ist Kursleiterin für Innovatives Autogenes Training. Seit 2002 unterstützt sie als Fastenleiterin ein katholisches Fastenzentrum, verschiedene Kliniken, Kirchgemeinden und Bildungseinrichtungen, aber auch Kurbäder wie das Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirgskreis in Sachsen.

17. Januar 2019

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