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Abenteuerliche Fitnessküche: Hühnerfüße, Steak-Saft und Rinderzunge

Hühnerfüße auf einem Grillrost

Beiträge über gesunde, leistungsfördernde Ernährung und entsprechende Rezepte gibt es genug. Aber nicht jeder Sportler ernährt sich Tag für Tag von Haferflocken, Avocados, Hühnchenbrust, Brokkoli, Vollkornnudeln, Lachsfilet und Süßkartoffeln. Aus den ein oder anderen Gründen gibt es genug Athleten, die auch Dinge auf den Teller packen, die man nicht unbedingt mit Sport und Fitness verbinden würde. Vorhang auf für sieben teilweise sehr exotische Gerichte zum Ausprobieren:

Hühnerfüße

Hühnerfüße sind in der traditionellen chinesischen Küche ein beliebtes Gericht und werden oft als Snack oder in Suppen serviert. Sie sind reich an Kollagen und Glucosamin, was gut für die Gelenke und die Haut sein kann. Der ehemalige chinesische NBA-Spieler Yao Ming (Houston Rockets) liebte diese ungewöhnliche Delikatesse, während der deutsche Tischtennis-Star Tim Boll in seiner Biografie „Mein China - Eine Reise ins Wunderland des Tischtennis“ keinen Hehl daraus machte, mit dieser exotischen Speise niemals warm geworden zu sein. Außer im Tierfutterhandel (Hunde lieben Hühnerfüße) bekommt man frische Hühnerfüße in Deutschland relativ selten. Wer sich wirklich an diese ungewöhnliche Speise heranwagen möchte, sollte versuchen, ein traditionelles asiatisches Restaurant zu finden, welche dieses Gericht mit auf der Karte hat oder auf Nachfrage zubereite kann.

Knochenbrühe

Knochenbrühe wird aus Knochen und Fleischresten gekocht und ist reich an Eiweiß und Kollagen. Die Mineralien in der Brühe (u.a. Calcium, Magnesium und Phosphor) können die Knochenstärke unterstützen und die Verdauung fördern. Personen mit hohem Blutdruck oder Nierenerkrankungen sollten es mit dem Konsum nicht übertreiben. Wie sehr der Genuss von Knochenbrühe schon „gesellschaftstauglich“ geworden ist, zeigt die Tatsache, dass es seit ein paar Jahren ein Unternehmen – die Firma „Bonebrox“ - gibt, welche sich ausschließlich auf den Verkauf von Knochenbrühe spezialisiert hat. Wer sich selbst an eine Knochenbrühe wagt, braucht keine großen Kochkünste, lediglich ein wenig Geduld, da die Brühe mindestens 12 Stunden köcheln sollte.

Pferdefleisch

Braunes Pferd auf einer Koppel

Pferdefleisch ist eine gute Quelle für Eiweiß, Eisen, Zink, Vitamin B12 und Omega-3-Fettsäuren. Im Vergleich zu anderen Fleischsorten wie Rind oder Schwein hat Pferdefleisch einen niedrigeren Fett- und einen höheren Proteingehalt. Zudem enthält es auch mehr Eisen, welches an der Bildung von roten Blutkörperchen beteiligt ist. Ein prominenter Befürworter von Pferdefleisch ist der ehemalige Kickboxer und MMA-Fighter Alistair Overeem (UFC, K1, Strikeforce, DREAM, Pride). Der 1,95m große und 120kg schwere Niederländer erwähnt den Konsum von Pferdefleisch erstmals nach einer Dopingkontrolle, bei der erhöhte Testosteronwerte festgestellt wurde, die zu einer Sperre führten. Ob seine beeindruckende Physis damals wirklich vom Pferd oder der Spitze kam, wissen nur die Götter und er selbst. Fakt ist, dass Pferdefleisch nicht nur von den Nährwerten her überzeugen kann, sondern auch aus Sicht des Tierwohls akzeptabler ist. Pferde werden in der Regel nicht in Massenproduktionsanlagen gehalten wie es bei Schweinen, Rindern oder Geflügel oft der Fall ist, sondern in kleineren Gruppen auf Weiden oder Pferdefarmen. In vielen Fällen werden Pferde auch als Nutztiere gehalten, weil sie für bestimmte Arbeiten, wie beispielsweise die Landwirtschaft oder den Transport von Gütern, benötigt werden. Dadurch haben sie oft Zugang zu freiem Auslauf und einer natürlicheren Umgebung als Tiere in der industriellen Landwirtschaft.

Rinderzunge

Rinderzunge ist eine gesunde Wahl für Sportler, da sie reich an Eiweiß ist (18%) und wichtige Nährstoffe wie Eisen und Vitamin B12 enthält. Im Vergleich zu anderen Fleischsorten hat Rinderzunge einen niedrigen Fettgehalt (4%) und ist somit auch eine gute Wahl für Menschen, die ihr Cholesterin im Auge behalten möchten. Darüber hinaus ist Rinderzunge vielseitig in der Zubereitung und eignet sich für eine Vielzahl von Gerichten wie Sandwiches, Salate oder Suppen. Ein weiterer Vorteil von Rinderzunge ist ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, da sie oft günstiger als andere Teile des Rinds ist. In einigen Kulturen wird Rinderzunge auch für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt und als Mittel gegen Müdigkeit und Anämie (Blutarmut) empfohlen. Kleiner Tipp: Rinderzunge harmoniert ganz besonders mit scharfer Meerrettichsoße.

Blutwurst

Pfanne mit Blut- und Leberwurst und Kartoffeln

Blutwurst wird aus Schweineblut und Fleisch hergestellt und enthält viel Eisen, Vitamin B12 und Eiweiß. Die Blutwurst ist aufgrund ihres hohen Gehalts an Eisen und Vitamin B12, die für eine gute Blutbildung und Energieversorgung wichtig sind, für Sportler gar nicht mal so schlecht wie es auf den ersten Blick scheint. Der Verzehr von Blutwurst sollte jedoch in Maßen erfolgen, da sie einen hohen Fett- und Salzgehalt enthält. Einmal im Monat als Beilage zu einem leckeren Linseneintopf sollte eine gute Blutwurst vom Metzger des Vertrauens niemanden umbringen. Auch ein frisches Schwarzbrot mit Blutwurst und Senf ist eine leckere Zwischenmahlzeit.

Thunfisch-Shake

Der Thunfisch-Shake ist eine „Erfindung“ des deutschen Bodybuilders Markus Rühl, der in seiner aktiven Zeit zur Weltspitze gehörte und immer noch als das größte Masse-Monster gilt, was jemals auf der Bühne stand. Maximaler Muskelaufbau benötigt maximale Nährstoffzufuhr, vor allem Eiweiß. Nicht jeder hat jedoch Lust auf süße Eiweißshakes nach dem Training, auch wenn der Körper gerade in dieser Phase von einer schnellen Eiweißzufuhr profitiert. Aber es geht auch herzhaft, wenn man dem Rat des Darmstädter Bodybuilders folgt. Einfach eine Büchse Thunfisch, Wasser und etwas Salz in den Mixer und schon ist er fertig, der Thunfisch-Shake. Klingt auf den ersten Blick nicht gerade appetitlich, schmeckt aber gar nicht mal so übel, in etwa wie eine kalte Fischsuppe. Einfach mal ausprobieren. Markus Rühl würde sagen: „Des bedarf´s“.

Steaksaft

Earnie Shavers, der seinen Höhepunkt als Schwergewichtsboxer Ende der 1979er Jahr hatte und bis in die 90er aktiv war, gilt als einer der härtesten Puncher aller Zeiten. Sein damaliger Trainer, die Boxlegende Archie Moore, riet Shavers, am Tag des Wettkampfes einige Steaks zu essen, jedoch nur den Saft des Fleisches zu schlucken und das Zerkaute wieder auszuspucken. Moore begründete dies damit, dass so die Proteine aus dem Fleisch verwertet werden konnten, ohne dass der Magen unnötige Verdauungsarbeit leisten musste. So schlecht kann der Rat des alten Ringfuchses Archie Moore (221 Kämpfe, 186 Siege!) nicht gewesen sein: Shavers gewann 76.92% seiner 96 Kämpfe durch KO und ging mit Muhammad Ali über die volle Kampfzeit von 15 Runden. Dies können nicht viele Schwergewichtler der damaligen Zeit behaupten.

17. April 2024

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