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Buchvorstellung: Glaub immer an das Unmögliche

Cover des Buches "Glaub immer an das Unmögliche“

Mit Rüdiger Nehberg ist 2020 eine einzigartige Persönlichkeit von dieser Welt gegangen. Er war Survival-Experte, Aktivist, Abenteurer und ein Unikat. Er war aber auch Vater einer Tochter, die sich in ihrer Kindheit nicht nur einmal die Frage stellen lassen musste, wie es sich als Mädchen eines „Verrückten” aushält, der Vogelspinnen liebt und vermutlich mehr Zeit im Dschungel als zu Hause verbringt. Kirsten Nehberg beantwortet diese und viele andere Fragen zum Alltag mit Rüdiger „SirVival“ Nehberg in ihrem Buch „Glaub immer an das Unmögliche“.

Geht nicht, gibt´s nicht

Während die ersten Seiten, in denen es um die Omnipräsenz von Schlangen im Haushalt der Nehbergs geht, noch etwas trocken sind, nimmt das Buch im Folgenden deutlich an Fahrt auf. Kirsten Nehbergs Erzählstil wird spürbar emotionaler und offener. Wie bei einer guten Romanfigur kann man sich schnell mit dem kleinen Mädchen identifizieren, das für sein Alter sehr erwachsen und entschlossen handelt, gleichzeitig aber auch noch rührend kindlich ist. Auch Rüdiger Nehberg als ungewöhnlicher, aber liebender Vater wird greifbarer.

Hier offenbart sich auch der Titel des Buches. Rüdiger Nehberg war ein Mensch, der noch träumen konnte – einer, der nicht lange grübelte, sondern anpackte. Die kleine, ABBA-verrückte Tochter will ihre Lieblingsband sehen? Kein Problem: Die Familie fährt kurzerhand und spontan mit dem Rad von Hamburg nach Schweden und trifft dort Björn Ulvaeus, einen der Sänger von ABBA. Bei einem späteren Konzert in Deutschland gibt es keine Karten mehr? Rüdiger Nehberg zaubert ganz locker nicht nur Plan A, sondern auch Plan B und C aus dem Hut.

Ein Neffe braucht Geld – also gründet man eine Teichbaufirma, die in kürzester Zeit die notwendigen Moneten erwirtschaftet. Klar, dass das auch auf die Tochter abfärbt, die im Laufe des Buches immer mehr zeigt: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die gelegentliche Bereitschaft, Regeln zu brechen, bringt den Leser zum Schmunzeln und verstärkt die Sympathie für diese ungewöhnliche Familie und die ebenso einmaligen Typen, die im Nehberg'schen Orbit ihre Kreise ziehen.

Zusammenfassung

Um „Glaub immer an das Unmögliche” zu lesen, muss man kein Rüdiger-Nehberg-Fan sein. Man muss lediglich Menschen und berührende Geschichten aus dem Leben mögen. Kirsten Nehberg schreibt in einer Art, die einem guten Gespräch unter Freunden ähnelt. Dabei gelingt es ihr, die Sprache und das Denken ihres Kindheits-Ichs ebenso treffsicher einzufangen wie die ihrer jugendlichen Persönlichkeit und der später erwachsenen Frau. So entsteht eine lebendige Geschichte, die mehr als nur unterhält.

Nur mit Badehose bekleidet wochenlang durch den Regenwald zu streifen oder mit dem Tretboot über den Atlantik zu schippern sind Grenzerfahrungen, über die ich gerne lese, die mich persönlich aber nicht motivieren. Das sind andere Welten. Aber im normalen Leben seine Träume zu verfolgen, indem man einfach loslegt, unterwegs Lösungen findet und sich nicht aufhalten lässt – das wiederum begeistert und motiviert mich. Gerne empfehle ich daher Kirsten Nehbergs Geschichte über das „Abenteuer Leben", dessen Botschaft nicht plakativ, sondern unterschwellig ihren Weg in den Kopf des Lesers findet.

Persönlicher Bezug

Kapitelüberschrift aus dem Buch "Glaub immer an das Unmögliche“

Wie doch die Zeit vergeht… Als Teenager habe ich Mitte der 90er mit Begeisterung die ersten Bücher von Rüdiger Nehberg gelesen. Im Sommer 2013 hatte ich die Gelegenheit, eine Buchrezension über „Überleben ums Verrecken“ zu scheiben und dazu ein spannendes Interview mit ihm zu führen. Fünf Jahre nach seinem Tod erinnerte mich seine Tochter Kirsten Nehberg erneut an dieses Gespräch und kündigte mir ihre eigene Buchveröffentlichung an.

Es freut mich (und ja, es macht mich auch ein wenig stolz), dass Kapitel 9 – „People need love" – mit einem Zitat aus meinem damaligen Interview eröffnet wird. Ungeachtet dessen hatte ich viel Spaß an der Lektüre, und nun steht neben dem Vater auch die Tochter (in Buchform) Schulter an Schulter in meiner Bibliothek.

Auf einen Blick

Glaub immer an das Unmögliche
Autorin: Kirsten Nehberg
Verlag: Knaur
Umfang: 240 Seiten, gebundenes Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-56744-9
Preis: 20 €

13. Mai 2026

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