Training

Verkürzte Wadenmuskeln und ihre Auswirkungen auf den gesamten Körper

Viele Menschen treiben Sport vor allem wegen der Gesunderhaltung. Besonders regelmäßig Sporttreibende gehen demzufolge davon aus, dass Sie aufgrund ihrer Fitness auch gesundheitlich in bester Verfassung sind. Diesen Zahn muss ich den meisten Sportlern leider ziehen, denn Sportlichkeit und Gesundheit sind oft zwei verschiedene paar Schuhe. Nicht selten verfügen gerade gut trainierte Athleten über eine einseitig bzw. oberflächlich ausgebildete Muskulatur. Hier steht das sportartspezifische Training oftmals einer gesunden körperlichen Entwicklung entgegen.

Die Körpergesundheit ist abhängig von unserer muskulären und organischen Verspannung und Entspannung. Ein Teil trägt auch unsere innere Haltung hinzu, dieser geistiger Einfluss, der ausmacht, wie wir uns fühlen. Ungleichgewichte in diesem Bereich nennt man Störfelder. Erst durch das Auflösen dieser Störfelder führt das eigentliche Training zu einem gesunden Körpergefühl.  Für uns Menschen gibt es zwei Zugänge zur Bewegung. Für unseren Unterkörper sind dies die Füße, für den Oberkörper die Hände. Sind die Zugänge zu schwach bzw. funktionsgestört, ist es nicht möglich, daran anschließende Muskelgruppen zu aktivieren.

Dies kann man in einem Beispiel gut verdeutlichen. Die Füße sind unser Fundament und dazu gehören als weiterführende Verbindung auch die Wadenmuskeln. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass die Waden einen erheblichen Einfluss auf die körperliche Aufrichtung haben. Dieser Muskel ist in Verbindung mit der Fußmuskulatur in verschiedenen statischen Bewegungen vernetzt. Probleme mit verkürzten Waden ziehen sich durch den ganzen Körper, begonnen mit Knieschmerzen (mit Druckgefühlen in der Kniescheibe) und Hüft- und Beckenspannungen (die eine Fehlstellung forcieren sowie Hohlkreuz und Steißbeinprobleme auslösen). Die Verspannungen enden in der Brustwirbelsäule bis hin zum Nacken. Dort zwingt die verkürzte Wade den Rücken sich zu beugen (Rundrücken) und blockiert zuletzt die Schultergelenke, die nach vorn geschoben werden und den Körper verschließen. Im Nackenbereich an der Halswirbelsäule fühlt man oft Spannungen und Unwohlsein.

Eine herkömmliche Wadendehnung reicht oft nicht aus, um eine optimale Beweglichkeit zu erzielen. In meiner Tätigkeit aus Body Profiler habe ich aus dieser Erkenntnis heraus verschiedene Geräte entwickelt, um die einzelnen Bewegungsbereiche gezielt bearbeiten zu können. Nur durch gezieltes Ausrichten können die Waden wieder in die optimale Ausgangslage gebracht werden, was sich schnell im ganzen Körper spürbar macht. Auch gut trainierte Sportler sollten prüfen, ob nicht im eigenen Fall eine Verkürzung der Wadenmuskeln vorliegt, deren einhergehende Beschwerden sich in ganz anderen Bereichen des Körpers zeigen können. Nur eine Ursachenbehandlung kann Problemen auf den Grund gehen, die uns vielleicht schon seit Jahren ohne unser Wissen einschränken und unsere Leistungsfähigkeit hemmen.

Über den Autor
Stefan Otto ist erfahrener Personal Trainer und Body Profiler. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht das gesamtheitliche Wohlbefinden und der „BQ“ (Body-Quotient), den er selbst als Maßeinheit der Körperintelligenz definiert hat. Auf Basis seiner Erfahrung entwickelt Stefan Otto zudem therapeutische Trainingsgeräte. Unzählige zufriedene Klienten, Presseberichte und Fernsehauftritte begründen den hervorragenden Ruf seiner Arbeit und seines Konzeptes. Nicht umsonst betreut der Wahldresdner auch Kunden, die sogar aus anderen Bundesländern für eine persönliche Betreuung anreisen
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04. September 2016

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