Training

Training mit dem Tornado-Ball

Tornado Ball

Ein kompletter Trainingstipp, der sich nur einem „kleinen Bällchen an einer Schnur“ widmet? Klingt erstmal übertrieben, aber dieses „Bällchen“, genannt Tornado-Ball, hat es in sich. Das im Grunde genommen recht simple Trainingsgerät zielt darauf ab, explosive Kraft aus dem Hüftbereich zu entwickeln und gemäß den Prinzipien des Core-Trainings die Körpermitte zur stärken. Gerade eine dynamische Hüftdrehung leitet in vielen Sportarten eine explosive Gesamtbewegung ein. Dies zeigt sich sehr deutlich an einem Baseball- oder Golfspieler. Beide entwickeln aus einer maximalen Hüftrotation eine Energie, die sich gleich einer gespannten Spiralfeder in maximaler Kraft und Beschleunigung entlädt. Auch Kampfsportler holen die Schlaghärte und Schnelligkeit nicht aus dem Arm oder Bein, sondern aus der blitzschnellen Hüftdrehung. Ein gutes Beispiel hierfür ist im Karate der „Gyakuzuki“, der Fauststoß mit der, dem vorderen Fuß entgegengesetzten, hinteren Hand. Vorbildlich ausgeführt sieht man hier sehr dramatisch, welche Kraft und Schnelligkeit sich aus dieser Bewegung entwickeln lässt.

Neben der Ausführung der sportartbezogenen Bewegung selbst, lässt sich eine dynamische Hüftdrehung auch gesondert trainieren. Hier kommen wir zum oben erwähnten Tornado-Ball, einer Art Medizinball mit einem durch die Mitte gezogenen Seil. Für das Training sucht man sich eine massive Mauer oder Hallenwand vor die man sich mit dem Rücken zugewandt stellt. Nun wird der Tornado-Ball am Seilende ergriffen und mit Schwung abwechseln links und rechts gegen die Wand geschlagen. Dies erfordert einen festen Stand und beansprucht alle Muskelpartien von den Oberschenkeln bis zum Bauchnabel aufwärts. Auch die „Puste“ wird ordentlich beansprucht, da die Übung nur mit einem gewissen Schwung funktioniert und man so ständig gezwungen ist, dynamisch zu bleiben. Für Sportler (z.B. Boxer), die über einen längeren Zeitraum dynamisch bleiben müssen, ist dies eine hervorragende Übung, um auch bei zunehmender Ermüdung noch einmal Kraftreserven zu mobilisieren und Wettkampfhärte zu erlangen.

Ergänzend zu der wechselseitigen Ausführung auf gleicher Höhe (Brust- oder Hüfthöhe) ist es auch möglich, diagonal von unten nach oben die Schwungbewegung einzuleiten. Dies entspricht dann z.B. dem Abschlag beim Golfspiel, bei der die Schwungbewegung diagonal von unten nach oben erfolgt. Auch das „Holzhacken“ ist mit dem Tornado-Ball möglich. Dazu ergreift man den am Boden liegenden Ball, schwingt ihn über den Kopf und reißt ihn mit Schwung wieder auf den Boden. Nach dem Bodenkontakt wird der Ball ohne Pause in einer kreisförmigen Bewegung erneut über den Kopf geschwungen und die Übung wiederholt. Auch einarmige Übungen lassen sich in das Training implementieren, um so z.B. das Schwertziehen (Kendo, Iai-Do), einen Handballwurf oder das Hammer- bzw. Diskuswerfen zu simulieren. Wer übrigens keine Mauer zur Verfügung hat, kann die meisten Übungen auch im Liegen oder Sitzen auf dem Fußboden durchführen.

Der Tornado-Ball des neuseeländischen Herstellers XLR8 wird in Deutschland von der Firma Innovative Training Systems vertrieben und wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen hat sich (wie es der Name schon sagt) dem Angebot von innovativen und funktionellen Trainingsgeräten verschrieben und bietet aus diesem Bereich eine sehr hohe Auswahl. Der Tornado-Ball ist bei Innovative Training Systems momentan als 3kg und 5kg-Version erhältlich. Das von uns verwendete 3kg-Modell kostet 58,90 Euro.

26. Januar 2015

Weitere Beiträge zu diesen Themen

Zurück

Weitere Artikel zu Training

Training mit dem Medizin- und Slammerball

mehr lesen >>

Neurofeedback im Sport – Für Spitzenleistungen auf Abruf

mehr lesen >>

Schnellere Füße mit Agility-Training

mehr lesen >>

Schub und Zug - Training mit dem Schlitten

mehr lesen >>

Krafttraining im Kinder- und Jugendalter

mehr lesen >>