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Von der Bundesliga zur Weltelite auf dem Wasser

Lucas Trittel

Eigentlich sind die Zeiten vorbei, in denen Sportler und Menschen im Allgemeinen gleich auf mehreren Gebieten Spitzenleistungen vollbringen konnten. Spezialisierung ist Trumpf und lässt Multitalente nur noch selten aufblitzen. Lucas Trittel ist da eine Ausnahme. Der 28-Jährige ist Physiotherapeut von Fortuna Düsseldorf, reist als Teil des spanischen Teams im schnellsten Segelwettbewerb der Welt um den Globus und ist ganz nebenbei auch noch Dozent an der IST-Hochschule in Düsseldorf.

Das Meer liegt ihm im Blut. Als Kind deutscher Auswanderer wuchs Lucas Trittel in Barcelona auf und entdeckte früh seine Liebe für das Segeln – keine Seltenheit in seiner Familie. Wer den gebürtigen Karlsruher kennenlernt, weiß schnell, dass es keine Floskel ist, wenn er sagt: „Wenn ich etwas mache, dann auch richtig!“ Und so ist es auch kein Wunder, dass er bereits mit Anfang 20 auf einen spanischen Meisterschaftsgewinn sowie sage und schreibe acht Vizetitel im Jollensegeln, bei dem es keine Abgrenzung zwischen Jugend- und Erwachsenenwettkämpfen gibt, zurückblicken kann.

Im Eiltempo in den Spitzenfußball

Zielstrebigkeit und Motivation prägen das Leben des sportbegeisterten Doppelstaatsbürgers auch bei der Entscheidung, für das Studium nach Deutschland zurückzukehren. Vor Augen die Vision, auch im Beruf in höchste Regionen vorzudringen – solange es Spaß macht. Denn „wenn Arbeit sich nicht wie Arbeit anfühlt, dann ist es leicht, sie auch zu genießen.“ Physiotherapie, Trainingswissenschaft, Rehabilitation – das sind die Themen, die Lucas Trittel begeistern. Er will die wissenschaftlichen Hintergründe kennenlernen und gleichzeitig schnell in die Praxis. In der Jugend des deutschen Handball-Rekordmeisters THW Kiel sammelt er erste berufliche Erfahrungen. Über den Nachwuchs des FC St. Pauli und die Lizenzabteilung von Bundesligist Bayer 04 Leverkusen kommt er schließlich 2019 zu Fortuna Düsseldorf. Ein entscheidender Vorteil damals: Der Verein legt Wert auf eben jenen akademischen Background, den Trittel – inzwischen Bachelor- und Master-Absolvent – besitzt. Dort kümmert er sich nun gemeinsam mit seinen Kollegen um die körperliche Fitness der Fußballer, die das große Ziel „Wiederaufstieg“ noch nicht aus den Augen verloren haben.

Knochenjob mit Dankbarkeit

Doch während die Fortuna auf die Zielgerade der Saison einbiegt, wird Lucas Trittel nur aus der Ferne mitfiebern können. Anfang April startet er nämlich erneut sportlich durch. Als Teil des spanischen Teams kämpft er im Atlantik vor Bermuda um wichtige Punkte im Sail GP. Die Spitzenklasse im Segelsport weiß die Besten der Besten unter sich. Der vierfache Olympia-Sieger Ben Ainslie steuert etwa das britische Boot, Trittel ist an Bord des spanischen Katamarans als Grinder für die Power zuständig: „Da komme ich durchschnittlich an 85 bis 95 Prozent meiner Maximalherzfrequenz – und das drei bis viermal am Tag für zehn bis 15 Minuten“. Ein Knochenjob, für den das Universaltalent von seinem Hauptarbeitgeber freigestellt wird – keine Selbstverständlichkeit, wie er weiß: „Ich bin sehr dankbar dafür, dass die Fortuna mir diese Chance bietet. Das hätte sicherlich nicht jeder Verein gemacht.“

Gegen die schwarzen Schafe

Fußball-Bundesliga und Segel-Weltklasse, was genug scheint für zwei Karrieren, ist für Lucas Trittel noch nicht das Ende der Fahnenstange. Ab dem Sommersemester ist er erstmals als Dozent tätig. An der IST-Hochschule für Management in Düsseldorf wird er dann für das Modul „Sportschäden und Rehabilitation“ im Master-Studium „Trainingswissenschaft und Sporternährung“ zuständig sein. Der Studiengang, der Trainer für höchste Herausforderungen ausbildet, weiß zahlreiche Experten direkt aus der Praxis in seinen Reihen. Genau der Grund für Trittel, dort auch aktiv zu werden. „Ich hatte das Glück, großartige Mentoren zu haben. Jetzt gibt es nichts Schöneres, als mein Wissen weiterzugeben. Besonders da ich weiß, dass es abseits der seriösen Angebote viele schwarze Schafe auf dem Gebiet der Therapie gibt.“ Die Studierenden können sich freuen, denn eines ist klar: Ob im Physio-Raum, auf dem Platz, im Boot oder im Seminar – wenn Lucas Trittel etwas angeht, dann auch richtig!

Foto: PR

22. April 2021

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