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VC Dresden Spielbetriebs GmbH stellt Insolvenzantrag

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Jan Pretscheck, Geschäftsführer der VC Dresden Spielbetriebs GmbH stellte gestern den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Die VC Dresden Spielbetriebs GmbH hatte gestern kurzfristig zu einer Pressekonferenz eingeladen, um über diesen Schritt zu informieren. Bereits vorher war die Mannschaft davon in Kenntnis gesetzt worden. Anschließend erfolgte die Information für die Sponsoren.

Der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH Jan Pretscheck erläuterte diesen notwendigen Schritt: „Wir sind derzeit nicht liquide, weil mehrere Sponsorenzahlungen im Dezember und auch in der Folgezeit nicht geleistet werden. Das hat aber nichts mit der aktuellen sportlichen Leistung zu tun.“ Gleichzeitig informierte er, dass Matthias Broda, der wie die Aufsichtsratsvorsitzende Barbara Lässig und einige der Hauptsponsoren ebenfalls an der Pressekonferenz teilnahm, als zweiter Geschäftsführer bereits am 15.11.14 zurückgetreten sei.

Um in der Bundesliga starten zu können, erhält der Verein VC Dresden vom Vorstand der Volleyball Bundesliga nach vorheriger gründlicher Prüfung der erforderlichen Unterlagen die Lizenz für jeweils eine Saison. Um den Spielbetrieb vorschriftsmäßig zu gewährleisten, ist der Verein verpflichtet, einen kompetenten Partner dafür vertraglich zu binden. Dieser Partner ist die VC Dresden Spielbetriebs GmbH. Der Kooperationsvertrag zwischen Verein und Spielbetriebs GmbH verlängert sich automatisch um ein Jahr, wenn nicht einer der beiden Vertragspartner ihn kündigt, um neue Konditionen zu erlangen. Von dieser Möglichkeit machte der Vorstand des VC Dresden im Hinblick auf die Saison 2015/16 am 9. Juli 2014 Gebrauch. Eine Einigung zu einigen dieser Forderungen des VC-Vorstandes, auf die in der Pressekonferenz wegen des beantragten Insolvenzverfahrens nicht näher eingegangen wurde, kam nicht zustande. So forderten schließlich der Namenssponsor, die Cloud&Heat Technologies GmbH, und weitere Großsponsoren, die mehrjährige Sponsorenverträge mit der Spielbetriebs GmbH abgeschlossen hatten, bis 15.11.14 die fehlende Unterschrift des Vereins unter dem neuen Kooperationsvertrag zwischen Verein und GmbH. Ansonsten sahen sich diese Sponsoren, die selbstverständlich Planungssicherheit brauchen, gezwungen, ihre Zahlungen einzustellen. Der Vertrag wurde bis heute vom Vorstand des VC Dresden nicht unterschrieben. Da Geschäftsführer Jan Pretscheck infolge ausbleibender finanzieller Sponsorenleistungen noch im Dezember anstehende Zahlungen nicht mehr leisten kann, blieb ihm folgerichtig nur der Weg zum Insolvenzgericht.

„Die Entwicklung im Verein und der Spielbetriebsgesellschaft haben uns überrascht“, sagte Marc Wittmann, Vorsitzender des Lizenzierungsauschusses der VBL. „Vor dem Hintergrund, dass die Lizenzmannschaft im Lizenzierungsverfahren die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ausführlich und einwandfrei dargelegt hatte, ist es bedauerlich, dass es durch den Ausfall vertraglich vereinbarter Sponsorenzahlungen nun zu diesem Schritt gekommen ist.“ Die Sponsoren betonten, dass sie im Falle eines kurzfristig vorliegenden unterschriebenen Kooperationsvertrages ihr Engagement für das Bundesliga-Team und damit auch im Sinne des Dresdner Volleyballsports fortsetzen werden. Ebenso wie Jan Pretscheck wird deshalb auch der Vorstand der Volleyball Bundesliga den Kontakt zum Lizenznehmer VC Dresden suchen, um kurzfristig zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Sollten auch diese Bemühungen scheitern und die Dresdner Erstligamannschaft am 6. Dezember nicht zum Punktspiel in Düren antreten, droht gemäß Nr. 3.8 Lizenzstatut der Lizenzentzug. Die Mannschaft würde aus dem laufenden Spielbetrieb der 1. Bundesliga ausscheiden und auch keinen Startplatz in der 2. Bundesliga in der Folgesaison erhalten. Zudem würde dem Verein in den nächsten drei Spieljahren keine Lizenz für die 1. Bundesliga erteilt. Sollte keine Einigung zwischen Vereinsvorstand und GmbH zustande kommen, wäre das nicht nur ein jähes Ende des mit großem Aufwand gehegten Pflänzchens „Bundesliga-Männervolleyball in Dresden“ sondern auch ein herber Schlag ins Gesicht der vielen freiwilligen Helfer und Unterstützer, die viele Stunden ihrer Freizeit für diesen Sport und den VC Dresden opferten. Gleichzeitig wäre es ein erheblicher Rückschlag für die großen Bemühungen aller Volleyball-Bundesligisten, ihren Sport vor allem medial mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Deshalb appelliert der Autor dieses Beitrages, der 2005 als Mitglied des damaligen VC- Vorstandes maßgeblich mit für den erstmaligen Aufstieg einer jungen Mannschaft aus talentierten „Eigengewächsen“ des VC Dresden in die 2. Bundesliga unter erheblich schwierigeren finanziellen Bedingungen im Vergleich zu heute sorgte, an die Vertragspartner, aber insbesondere an die heutigen VC-Vorstandsmitglieder, kurzfristig für einen Kompromiss in den noch strittigen Punkten zu sorgen und damit die Insolvenz sowie den drohenden Lizenzentzug abzuwenden.

05. Dezember 2014

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