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Straubing Tigers starten in die neue Saison

Straubing

Die neue DEL-Saison steht vor der Tür und in Straubing bereiten sich die Tigers mit Hochdruck auf die erste Begegnung am 8. September vor. Dass die Niederbayern nur ein Außenseiter in der höchsten deutschen Eishockeyliga sind, liegt auch an dem geringen Etat. Etwa 5 Millionen Euro haben sie pro Jahr zur Verfügung. Zum Vergleich: Meister EHC Red Bull München kann ca. 12 Millionen im Jahr ausgeben. Dennoch haben die Tiger einiges vor.

Die letzte Saison konnte man auf dem 9. Platz beenden und sich somit für die 1. Playoff-Runde qualifizieren. Hier unterlag man jedoch den Eisbären Berlin in zwei Spielen mit 1:3 und 2:3 (OT). Dieses Jahr will man erneut angreifen und für die eine oder andere Überraschung sorgen. Beim Profisport ist natürlich auch das Geld ausschlaggebend. Hier befinden sich die Straubing Tigers innerhalb der DEL im unteren Drittel:

Team

ETAT (in Mio. Euro)

Platzierung letzte Saison (Hauptrunde)

EHC Red Bull München

12,0

1. und Meister in den Playoffs

Adler Mannheim

10,5

2.

Kölner Haie

10,5

4.

Eisbären Berlin

10,0

8.

Thomas Sabo Ice Tigers

8,5

3.

ERC Ingolstadt

8,0

7.

Grizzlys Wolfsburg

7,0

5.

Düsseldorfer EG

6,5

11.

Krefeld Pinguine

5,5

14.

Straubing Tigers

5,1

9.

Iserlohn Roosters

5,0

13.

Schwenninger Wild Wings

5,0

12.

Augsburger Panther

4,0

6.

Fischtown Pinguins

3,5

10.

Tabelle: Der EHC Red Bull München hat die Stärke aus seiner Finanzkraft auch aufs Eis bringen können. In der finalen Best-of-Seven-Serie gewannen die Münchner ungefährdet gegen die Grizzlys aus Wolfsburg mit 4:1.

Transfers im Fokus

Die Straubing Tigers sind natürlich auch dieses Jahr wieder Außenseiter. So sieht es auch Interwetten, einer der Pioniere der Wettbranche und daher mit viel Erfahrung ausgestattet. Allein der Etat beschränkt die Möglichkeiten der Niederbayern deutlich. Die Vereine aus München, Mannheim oder Köln können da ganz andere Geschütze auffahren.

Um diesen Nachteil aufzufangen, versuchen die Teams mit einem guten Mannschaftsgefüge und soliden Spielern dagegenzuhalten. Große Stars kann man sich nicht leisten, weswegen man auch auf Spieler aus der Region zurückgreift. Die Straubing Tigers haben sich durch einen erfahrenen Torwart von Ligakonkurrent Wolfsburg verstärkt. Sebastian Vogl (31) komplettiert nun das Quintett aus Niederbayern, bestehend aus:

  • Sebastian Vogl (geb. in Landshut)
  • Cody Brenner (geb. in Straubing-Bogen)
  • Daniel Filimonow (geb. in Deggendorf)
  • Stefan Loibl (geb. in Straubing)
  • Thomas Brandl (geb. in Landshut)

Durch diese Bindung zur Region wird die Verbundenheit zum Verein und zu den Fans vorgelebt, was im Profisport viel zu häufig abhandenkommt. Dass Geld nicht immer den Ausschlag gibt, zeigt auch der Wechsel von Vogl. „Ich wollte mit meiner Familie zurück in die heimatlichen Gefilde. Somit sind die Wege zu Verwandten und Freunden wieder viel kürzer. Dass sich Straubing in Person von Jason Dunham (Sportlicher Leiter der Straubing Tigers, Anm. d. Red.) sehr um mich bemüht hat, war auch ein Faktor.“ Dass Straubing die viel schönere Stadt ist als Wolfsburg, hatte womöglich keinen Einfluss auf die Entscheidung.

Brüder vereint

Daneben haben sich die Tigers auch mit einem weiteren Zalewski verstärkt. Nach Steven Zalewski, der bereits seit 2015 für die Niederbayern auf das Eis geht, ist nun auch Bruder Mike in Straubing gelandet. Er kommt aus den USA, wo er bei den Vancouver Canucks bereits NHL-Luft schnuppern durfte (6 Spiele, 2 Vorlagen). In der Regel wurde er allerdings bei den Utica Comets, dem Farmteam der Canucks, in der AHL eingesetzt (167 Spiele, 24 Tore, 39 Vorlagen).

Eigentlich vermeldete man in Straubing noch einen weiteren Neuzugang von den Utica Comets, Cody Kunyk. Jedoch hat Kunyk die Tigers nach rund zwei Wochen aus privaten Gründen wieder verlassen. Dunham dazu: „Das ist sehr schade, denn Cody hat in unser Anforderungsprofil gepasst und bisher einen guten Eindruck hinterlassen. Wir respektieren die Entscheidung und wünschen Cody Kunyk privat sowie natürlich auch beruflich alles Gute.“

Der neue Trainer

Ebenfalls neu ist der Trainer, nachdem Larry Mitchell zum ERC Ingolstadt abgewandert ist. Hinter der Bande steht nun Bill Stewart als Verantwortlicher für das Team. Zuletzt war Stewart bei den Dresdner Eislöwen in der zweiten Liga tätig, hat während seiner Trainerlaufbahn aber auch namhafte Vereine aus Mannheim, Hamburg, Krefeld und Köln in der DEL vertreten.

Die Erfahrung hat er also, um die gute Arbeit von Larry Mitchell fortzuführen und Straubing im Rahmen seiner Möglichkeiten zu entwickeln. Begeistert ist er bereits von dem Team: „Straubing ist eines der am härtesten arbeitenden Teams der Liga. Das imponiert mir.“ Und auch auf die Heimspiele der Saison freut sich der Trainer bereits: „Auf die Halle am Pulverturm freue ich mich jetzt schon. Das ist ein klassisches Stadion, ähnlich wie seinerzeit in Mannheim der Friedrichspark. Da kommt die Atmosphäre von den Rängen ganz anders rüber. Und dass die Tigers-Fans laut sein können, habe ich schon mehrfach erfahren dürfen.“

Dritter beim EHCO-Cup

Von den Leistungen seiner Spieler konnte sich der Trainer derweil in den letzten Tagen ein genaueres Bild machen. In der letzten Woche wurden die Straubing Tigers beim EHCO-Cup in Olten (Schweiz) Dritter. Die Turnierbilanz fällt nach drei Spielen daher positiv aus. Nach der 1:0-Niederlage gegen HC Fribourg-Gottéron (National League, Schweiz) und einem Sieg gegen Ligakonkurrent Düsseldorf (2:1) konnte auch das Spiel um Platz drei siegreich gestaltet werden. Gegen den HC Thurgau aus der zweiten schweizerischen Liga setzte man sich mit 3:2 nach Overtime durch.

Viel Zeit bleibt nun nicht mehr, bevor der Puck auch in der DEL wieder übers Eis jagt. Bevor aber am 08.09. das erste Saisonspiel gegen den ERC Ingolstadt und damit auch ein Wiedersehen mit Ex-Trainer Larry Mitchell wartet, stehen noch zwei Testspiele am 01.09. und 03.09. gegen den HC Innsbruck an. Das erste Heimspiel im Eisstadion am Pulverturm steigt dann am 10.09. gegen die Düsseldorfer EG.

Foto Katcya – 316367201 / Shutterstock.com

11. September 2017

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