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Segeln: Theresa Löffler und Christopher Hoerr sind Vizeweltmeister

Theresa Löffler und Christopher Hoerr

Theresa Löffler und Christopher Hoerr sind Vizeweltmeister im 470er-Mixed. Für das Duo vom Deutschen Touring Yacht-Club und dem Segelclub Breitbrunn-Chiemsee ist es der bislang größte Erfolg ihrer Karriere.

Die Spannung vor dem Medaillenfinale stand den heißen Temperaturen jenseits von 30 Grad in nichts nach: Als Vierte waren Theresa Löffler und Christopher Hoerr in die beiden entscheidenden Schlussrennen gestartet. „Wir waren in der guten Ausgangsposition der Jäger, nicht der Gejagten. Das hat uns heute geholfen“, beschrieb Theresa Löffler die Vorzeichen zum WM-Showdown in der Sagami-Bucht von Enoshima.

Dann spielte das DSV-Duo noch einmal sein Speedvermögen und die Nervenstärke in dieser von schwer berechenbaren Leichtwinden geprägten WM-Woche aus. Mit den Rängen vier und zwei konnten die 26 Jahre alte Steuerfrau und ihr zwei Jahre älterer Vorschoter im Kampf um die Medaillen im Finale sogar noch zwei Teams abfangen. Damit katapultierten sie sich hinter den neuen britischen Weltmeistern Martin Wrigley und Bettine Harris (43 Punkte) aufs Podium. Mit 57 Punkten holten Theresa Löffler und Christopher Hoerr Silber – ihre erste WM-Medaille. Dabei verwiesen sie die spanischen Titelverteidiger Jordi Xammar und Marta Cardona punktgleich auf den Bronzerang.

Vizeweltmeister Löffler/Hoerr: „Ruhig bleiben, auf Chancen warten“

„Das ist sicher der größte Erfolg in unserer Karriere. Wir alle wissen, dass bei Olympia in zwei Jahren die Medaillen zählen. Deswegen ist es eine gute Bestätigung auf unserem Weg“, sagte Theresa Löffler, die seit 2019 mit Christopher Hoerr in einem Boot sitzt. Das Duo war mit klarem Medaillenziel in die beiden Finalrennen. Dafür wurden sie belohnt. „Wir hatten die Außenseiterchance und konnten sie nutzen“, sagte Theresa Löffler.

Zu den wichtigsten Trümpfen von Löffler/Hoerr zählte ihre Nervenstärke: Ein in der WM-Vorwoche nördlich von Tokio wütender Taifun hatte für die 470er-WM-Flotte äußerst schwierige Windverhältnisse hinterlassen. Schon im Verlauf der WM-Woche hatte Theresa Löffler erklärt: „Es dreht hier sehr. Es ist stark böig. In der Regel kann man nur sehr schwer vorhersehen, was als Nächstes passiert.“ Das Rezept ihrer Crew: „Möglichst ruhig bleiben, auf Chancen warten und die dann nutzen.“

WM-Silber für zwei Speedkönner

Diese Aufgabe haben Löffler/Hoerr in herausragender Weise gelöst, wie auch 470er-Mixed-Trainer Steve Lovegrove in Enoshima bestätigte: „Sie haben in einer wirklich harten Rennwoche bei der Hitze in Japan einen kühlen Kopf bewahrt, konnten unter Hochdruck ihre beste Leistung abrufen. Wir haben vor der WM gesagt, dass ein Medaillengewinn für das Team keine Überraschung wäre, weil sie über den nötigen Speed und das Können verfügen, eine solche Leistung zu bringen.“

Glückwünsche kamen auch von DSV-Cheftrainer Dom Tidey, der sagte: „Ich freue mich riesig für Theresa und Christopher. Sie haben schon seit einiger Zeit bei großen Wettkämpfen an der Spitze mitgemischt. Jetzt ist es ein ganz besonderer Moment zu sehen, wie sie bei einer Weltmeisterschaft die Silbermedaille gewinnen. Und das absolut verdient. Es zeigt, dass sich all die harte Arbeit auszahlt. Eine weitere Weltmeisterschaftsmedaille für die 470er-Mannschaft bestätigt einmal mehr, wie stark diese Gruppe ist und wie gut wir auf Kurs LA28 vorankommen.“

Berührender Teamempfang für die Vizeweltmeister

Zurück an Land, wurden Theresa Löffler und Christopher Hoerr von der gesamten deutschen 470er-Gruppe im Hafen von Enoshima stürmisch empfangen und gefeiert. „Es hat uns sehr berührt, wie sich alle für uns mitgefreut haben“, sagte Theresa Löffler. Die herzliche Freude für die süddeutsche Mixed-Crew war auch deshalb so bemerkenswert, weil die Weltmeisterschaft für einige Teamkameraden weniger gut gelaufen war.

Selbst als Vizeweltmeister angetreten, fanden Simon Diesch und Anna Markfort (Württembergischer Yacht-Club/Verein Seglerhaus am Wannsee/Joersfelder Segel-Club) in den kaum vorhersehbaren leichten und drehenden Winden nicht auf die Erfolgswelle.

Gerade noch beim ersten großen Test im kommenden Olympiarevier von LA28 erfolgreiche Zweite, mussten Diesch/Markfort die WM-Woche als 21. beenden. „Unser Ergebnis tut verdammt weh. Wir haben selbst noch keine klare Antwort darauf, woran es lag. Wir wissen, dass wir die Skills haben. Wir wissen, dass wir vorne mitfahren können und da hingehören. Aber dieses Mal haben wir es nicht auf den Kurs bringen können“, zog Anna Markfort eine erste offene Bilanz.

Enttäuschung, aber auch Hoffnung bei den Teamkameraden

Als zweitbestes deutsches 470er-Mixed-Duo in Japan verpassten auch Malte Winkel und Bente Batzing (Norddeutscher Regatta Verein/Schweriner Yacht-Club/Schweriner Segler-Verein) den angestrebten Einzug ins Finale der Top Ten. Sie beendeten ihre ersten großen gemeinsamen Titelkämpfe auf Platz 17. Malte Winkel sagte: „Die Enttäuschung, nicht das Medaillenfinale erreicht zu haben, überwiegt. Aber wir sind als Team diese Woche weiter zusammengewachsen. Mit diesem Mindset ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich der Erfolg einstellt.“

Auch Theres Dahnke und Paco Melzer (Plauer Wassersportverein/Verein Seglerhaus am Wannsee/Yachtclub Berlin-Grünau) konnten als 31. ihre Top-Leistung im ehemaligen Olympiarevier nicht abrufen.

Foto: Deutscher Segler-Verband e.V.

17. August 2026

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