Aktuelles

IST-Stimmungsbarometer zur WM - die Konsumlaune taut auf

Fußballstadion

Plötzlich ist sie wieder da, die Lust auf die Nationalmannschaft – leise, aber messbar. Die sechste Welle einer bundesweit repräsentativen Studie der IST-Hochschule für Management und des Marktforschungsinstituts Bilendi zeigt: Im Vergleich zu allen vorherigen Umfragen, ist mit den sportlichen Erfolgen der DFB-Elf sowohl das Interesse am WM-Turnier als auch die Identifikation mit der Mannschaft gestiegen. Gleichzeitig nimmt die Bereitschaft zu, die Spiele zu verfolgen und Geld für Fanartikel auszugeben.

Die Umfrage lässt ein klares Muster erkennen: „Immer dort, wo die DFB-Elf sportlich liefert, gehen die Zustimmungswerte nach oben. Die sechste Befragungswelle liest sich wie ein Fieberthermometer, das mit jedem erfolgreichen Spiel ein Stück weiter ausschlagen kann. Mehr Interesse, mehr Fans, mehr Gespräche“, erläutert Studienleiter Prof. Dr. Gerhard Nowak. Das Interesse spiegelt sich auch in den Einschaltquoten wider – das Auftaktspiel des deutschen WM-Teams lockte fast 23,5 Millionen Menschen vor den Fernseher.

Die jüngsten Studienergebnisse unterstreichen den Aufwärtstrend: Die Identifikation mit dem Team steigt gegenüber der Mai-Umfrage um fünf Prozentpunkte auf 25 Prozent. Der Anteil derjenigen, denen ein erfolgreicher WM-Auftritt der deutschen Mannschaft wichtig ist, legt sogar um sieben Prozentpunkte auf 43 Prozent zu. Zudem zeigen die Zustimmungswerte zum Turnier insgesamt einen positiven Trend. Co-Forscher Dr. Christopher Dick ergänzt: „Die Deutschen sind keineswegs fußballmüde, sie sind anspruchsvoll geworden. Wer wieder mitfiebert, tut das nicht aus nostalgischer Gewohnheit, sondern weil die Mannschaft auf dem Platz Argumente liefert.“

WM-Laune erreicht den Gelbeutel

Besonders deutlich wird der Stimmungsumschwung im Medien- und Konsumverhalten. Während im Mai noch 40 Prozent angaben, die deutschen Spiele sicher im TV verfolgen zu wollen, ist es inzwischen fast jede zweite Person. Für Prof. Dr. Gerhard Nowak ist es „ein starkes Signal in einem fragmentierten Medienmarkt.“ Parallel dazu steigt die Kaufbereitschaft für Fanartikel: Die Konsumlaune gewinnt an Dynamik, die Ausgabebereitschaft legt um fünf Prozentpunkte auf 20 Prozent zu.

Dr. Christopher Dick zieht aus dem aktuellen Forschungsprojekt das Fazit: „Für Sportevent-Manager:innen ist die Botschaft klar: Nicht die Dauer der Kommunikation entscheidet über den Erfolg, sondern das richtige Timing.“ Er resümiert weiter: „Wer weiterhin auf monatelange, kostenintensive Vorlaufkampagnen setzt, riskiert, Budgets in der Warteschleife zu verbrennen. Begeisterung entsteht rund um die Spiele, nicht im Takt der PowerPoint-Planung. Gerade die Tage um Schlüsselpartien sind entscheidend dafür, ob aus Aufmerksamkeit Reichweite und letztlich wirtschaftlicher Erfolg werden.“

Aus wissenschaftlicher Sicht bestätigt die Studie eindrucksvoll, was der deutsche Systemtheoretiker Niklas Luhmann für den Spitzensport beschrieben hat. Seine Theorie wird damit zum Taktgeber der Fußballrepublik: Erfolg erzeugt Aufmerksamkeit. Mit jedem positiven Ergebnis steigen Interesse, Mediennutzung und Konsumbereitschaft der Fans. Verliert das Team, versandet die Kommunikation – unabhängig davon, wie hoch das Werbebudget war.

Prof. Dr. Gerhard Nowak blickt gespannt auf das kommende Wochenende: „Die Studie macht deutlich: Die Deutschen sind bereit, die Nationalelf wieder zu umarmen. Aber der Preis ist klar definiert. Er wird in Toren, Tabellenplätzen und Turnierverläufen bezahlt. Schon das zweite Spiel der deutschen Mannschaft am Samstag kann die positive Stimmung verstärken oder in den Stimmungskeller schießen.“

Zur Studie

Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Online-Befragung des Marktforschungsinstituts Bilendi, die seit Januar 2026 in sechs Befragungswellen in Folge im Auftrag der IST-Hochschule für Management durchgeführt wurde. Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Gerhard Nowak und Dr. Christopher Dick nahmen im Rahmen der sechsten Befragungswelle 1.074 Personen teil (Durchschnittsalter: 47 Jahre; 49,8 % männlich, 49,8 % weiblich, 0,4 % divers). Das IST-Stimmungsbarometer wird bis zum WM-Finale im Juli 2026 monatlich aktualisiert. Die nächste Befragung findet Ende Juni statt.

Foto: Unsplash

23. Juni 2026

Weitere Beiträge zu diesen Themen

Zurück

Weitere Artikel zu Aktuelles

IST-Stimmungsbarometer zur WM - die Konsumlaune taut auf

mehr lesen >>

Dresden: Polo-Turnier kommt im September wieder – Vorverkauf gestartet

mehr lesen >>

So erholen sich Freizeitsportler nach intensiven Trainingseinheiten

mehr lesen >>

DSCVOLLEYs verleihen Terry Ziegenbalg für ein Jahr nach Erfurt

mehr lesen >>

Was Nomini über die Zukunft des Account-Managements verrät

mehr lesen >>