DLRG begrüßt Schwimmbadförderung des Bundes
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) begrüßt die im September beschlossene Förderung im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten – Schwimmbäder“. Deutschlandweit erhalten 195 Projekte Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 247 Millionen Euro. Knapp 750 Anträge gingen jedoch leer aus. Mit einem Antragsvolumen von 3,2 Milliarden Euro war die Förderrunde zudem 13-fach überzeichnet.
Bundesförderung stärkt Kommunen
„Wir freuen uns für die Menschen in den Städten und Gemeinden, deren Schwimmbäder nun saniert oder erhalten werden können. Das ist eine gute Nachricht für den Schwimmsport, die Schwimmausbildung und die Wasserrettung“, sagte DLRG Präsidentin Ute Vogt. Wie eine Analyse des DOSB zeigt, entfallen mehr als 70 Prozent der bewilligten Projekte auf Mittel- und Kleinstädte. Davon profitieren häufig auch die Menschen in den umliegenden Gemeinden.
Dennoch sieht die DLRG weiteren erheblichen Handlungsbedarf. Die aktuelle Förderung ist ein wichtiger Beitrag, wird den Sanierungsstau und den fortschreitenden Verlust von Schwimmbädern jedoch nicht dauerhaft stoppen.
„Das große Interesse am Programm zeigt, wie dringend zusätzliche Investitionen benötigt werden. Viele Kommunen warten seit Jahren auf die Möglichkeit, ihre Bäder zu sanieren oder überhaupt zu erhalten“, so Vogt.
Sanierungsstau bleibt weiterhin gewaltig
Laut einer Befragung der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen sind die Schwimmbäder hierzulande durchschnittlich 56 Jahre alt. Rund 64 Prozent der befragten Betreiber beklagen einen gravierenden oder zumindest nennenswerten Investitionsrückstand (Quelle: DGfdB-Sanierungsbefragung 2026). Hochgerechnet auf den Gesamtbestand sind das etwa 4.000 Schwimmbäder. Trotz der Förderung bleibt die überwältigende Mehrheit der sanierungsbedürftigen Schwimmbäder zunächst ohne Unterstützung aus dem Bundesprogramm.
DLRG fordert Umsetzung des Deutschen Schwimmbadplans
Aus Sicht der DLRG braucht Deutschland deshalb eine langfristige Strategie für die Schwimmbadinfrastruktur. Die Bäderallianz Deutschland legte mit ihrem Schwimmbadplan bereits im Sommer 2025 eine solche vor. Dazu gehören eine bundesweite Bäderbedarfsplanung sowie verlässliche Fördermittel in ausreichender Höhe über mehrere Jahre hinweg.
„Wir brauchen weit mehr als einzelne Förderprogramme. Bund, Länder und Kommunen müssen gemeinsam dafür sorgen, dass ausreichend Wasserflächen für Schwimmenlernen, Sport und auch die Ausbildung von Rettungsschwimmern zur Verfügung stehen. Nur so können wir die Sicherheit im und am Wasser nachhaltig stärken“, betonte Vogt.
Foto: KI-generiert
09. Oktober 2026