Aktuelles

Dein Sport. Deine Entscheidung. – NADA startet neue Kampagne für sauberen Sport

Schwimmer Josha Salchow in rotem Polo-Hemd

Mit der Kampagne „Dein Sport. Deine Entscheidung.“ setzt die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA) gemeinsam mit Andreas Krieger, Thomas Götze, Léa Krüger und Josha Salchow ein Zeichen für Gesundheit, Fairness und Eigenverantwortung im Sport. Ziel der Kampagne ist es, insbesondere junge Athletinnen und Athleten für die langfristigen Folgen von Doping zu sensibilisieren und den Wert eines sauberen Sports zu stärken.

Hintergrund

Hintergrund sind aktuelle Entwicklungen im internationalen Sport, in denen leistungssteigernde Substanzen zunehmend diskutiert und verharmlost werden. Formate wie die geplanten „Enhanced Games“, bei denen der Einsatz solcher Substanzen erlaubt sein soll, werfen wichtige Fragen im Hinblick auf Gesundheit, Fairness und die Werte des Sports auf. Die Kampagne greift diese Diskussionen auf und ordnet sie ein. Sie stellt die Perspektiven von Athletinnen und Athleten in den Mittelpunkt und macht deutlich, dass sportliche Leistung immer auch mit Verantwortung und bewussten Entscheidungen verbunden ist.

Konzept

Im Zentrum der Kampagne steht ein innovatives Gesprächsformat, in dem ehemalige Dopingbetroffene aus der DDR mit aktiven und ehemaligen Athletinnen und Athleten in den Dialog treten. Zu den Protagnisten und Protagonistinnen zählen Andreas Krieger und Thomas Götze, die eindrücklich über die langfristigen gesundheitlichen und persönlichen Folgen des staatlich organisierten Dopings in der DDR berichten. Ergänzt werden diese Perspektiven durch die ehemalige Säbelfechterin Lea Krüger und den Schwimmer Josha Salchow, die ihre Sicht auf den heutigen Leistungssport und die damit verbundenen Entscheidungsräume einbringen.

„Sicheres Doping gibt es nicht. Wir bekamen unterstützende Mittel vom Trainer und wurden damals medizinisch betreut. Und trotzdem bin ich krank geworden. Doping hat mein Leben nachhaltig verändert. Medikamente sollten dazu dienen Krankheiten zu heilen – nicht dazu missbraucht werden, um den Körper über seine Grenzen hinaus zu manipulieren. Für kein Geld der Welt bekomme ich meine Gesundheit zurück" sagt Andreas Krieger, ehemalige Kugelstoßerin und Europameisterin von 1986. Er ist einer der wenigen ehemaligen Spitzensportler der DDR, der öffentlich über die Dopingpraxis in der DDR spricht.

Deutsch-deutsche Geschichte

Ein zentraler Aspekt der Kampagne ist die Einordnung aktueller Debatten rund um leistungssteigernde Substanzen. Während viele Athletinnen und Athleten im DDR-System keine Wahl hatten, stehen Sportlerinnen und Sportler heute vor individuellen Entscheidungen, verbunden mit Verantwortung für die eigene Gesundheit.

„Wer sich einmal in der Öffentlichkeit für Doping positioniert hat, hat im sauberen Sport nichts mehr zu suchen. Verbände und der internationale Sport tragen die Verantwortung, Athletinnen und Athleten sowie den sauberen Sport zu schützen. Dazu gehört auch, finanzielle Anreize zur Normalisierung von Doping nicht zuzulassen und zu verhindern, dass Athletinnen und Athleten zu Objekten und damit zu Laborratten gemacht werden“, ergänzt Léa Krüger, ehemalige Säbelfechterin, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der NADA und Vizepräsidentin von Athleten Deutschland e.V.

Die deutsch-deutsche Geschichte zeigt eindrücklich, wie gravierend die gesundheitlichen Folgen von Doping sein können. Vor diesem Hintergrund steht die geplante Durchführung der sogenannten Enhanced Games im klaren Widerspruch zu den zentralen Werten des Sports wie Gesundheit, Fairness und Integrität.

Aus der Vergangenheit lernen

„Wir befinden uns an einem Punkt, der für die Zukunft des Sports, wie wir ihn kennen, entscheidend ist. Im Kontext mit unserer Geschichte und Vorstellung von Sport und auch der Verantwortung, die wir Athletinnen und Athleten als Vorbilder einnehmen möchten, ist diese Bewegung eine Schande für den Sport. Die Verbände, der internationale Sport sowie Wirtschaft und Gesellschaft sind in der Pflicht Athletinnen und Athleten zu schützen, indem sie ein Umfeld schaffen, in welchem diese Art von Bewegungen keine Chance haben“, meint der mehrfache Deutsche Meister und Rekordhalter über 50 m und 100 m Freistil, Josha Salchow.

„Wir hatten damals keine Wahl und wurden ohne unser Wissen gedopt. Die Folgen sind bis heute spürbar. Umso wichtiger ist es, dass Athletinnen und Athleten heute die Möglichkeiten, die sie haben, bewusst nutzen und sich für einen sauberen Sport entscheiden“, sagt Thomas Götze, ehemaliger DDR-Hammerwerfer, der sich für die Aufarbeitung des DDR-Sportsystems einsetzt, er ergänzt: „Doping wird vom Körper nicht vergessen“.

Formate

Die Inhalte der Kampagne werden über mehrere Kanäle der NADA ausgespielt. In einem fünfteiligen YouTube-Format diskutieren die Protagonistinnen und Protagonisten ausführlich über Leistungsdruck, Erfolg, den Mythos des „sicheren Dopings“, gesundheitliche Folgen sowie über Vorbilder und Verantwortung im Sport. Moderiert werden die Gesprächsrunden von der Journalistin und Moderatorin Julia Kleine.

Ergänzend werden kurze Videoformate für Social Media veröffentlicht, die zentrale Aussagen der Kampagne kompakt und zugänglich vermitteln. Mit „Dein Sport. Deine Entscheidung.“ schafft die NADA Raum für offene Gespräche, persönliche Einblicke und gesellschaftliche Einordnung – und lädt dazu ein, sich bewusst mit den Werten des Sports auseinanderzusetzen: https://www.alles-geben-nichts-nehmen.de/die-initiative/unsere-kampagnen/dein-sport-deine-entscheidung

Foto (es zeigt Josha Salchow): PR / Nationale Anti Doping Agentur Deutschland

12. Mai 2026

Weitere Beiträge zu diesen Themen

Zurück

Weitere Artikel zu Aktuelles

Dein Sport. Deine Entscheidung. – NADA startet neue Kampagne für sauberen Sport

mehr lesen >>

Mauritius wird erneut zur Bühne der internationalen Kitesurfing-Szene

mehr lesen >>

Blasewitzer Tennisdamen unterliegen in Hamburg

mehr lesen >>

DSCVOLLEYs verpflichten Nationalspielerin Lena Kindermann

mehr lesen >>

Dresdner Freibadsaison: Angebot bleibt stabil, Preise werden angepasst

mehr lesen >>