Abschlussbericht der Cyclingworld Europe 2026
Drei Tage lang zeigte sich Düsseldorf vom 20. bis 22. März zum Frühlingsbeginn von seiner fahrradfreundlichsten Seite. Bestes Radfahrwetter, volle Teststrecken und sichtbar gut gelaunte Besucher prägten die achte Cyclingworld Europe und erlebten einen Saisonauftakt, der sich eher wie ein Festival als wie eine klassische Messe anfühlte.
Aussteller und Publikum nutzten die Gelegenheit gleichermaßen: testen, fachsimpeln, neue Technik erleben. Gravel-Ausfahrten, das Brompton-Rennen, Cross-Wettbewerbe und Kinder-Fahrtechniktrainings gehörten zu den meistbesuchten Programmpunkten. Bereits der Auftakt am neuen Urban Hub in der Düsseldorfer Innenstadt erwies sich als gelungenes Experiment. Mehr als 15.000 Menschen kamen dorthin, über 500 Radfahrerinnen und Radfahrer nahmen am RadRave mit DJ Dom Whiting vom Urban Hub quer durch die Innenstadt zum Areal Böhler teil.
Auch auf dem Areal Böhler selbst erreichte die Veranstaltung neue Dimensionen: Knapp 35.000 Besucher strömten durch die Hallen, nochmals deutlich mehr als im Vorjahr mit 27.000 Besuchern. Zusammen mit dem Urban Hub kamen rund 50.000 Menschen zur Cyclingworld, darunter etwa 4.000 Fachbesucher sowie fast 400 akkreditierte Medienvertreter aus dem In- und Ausland. Mehr als 6.000 Testfahrer und -fahrerinnen absolvierten rund 20.000 registrierte Probefahrten, ein Plus von knapp 67 Prozent gegenüber 2025.
Mehr als Messe: Das Fahrrad als Wachstums- und Lifestylefaktor
Der Andrang passt zu einem langfristigen Trend. In Deutschlands rund 40 Millionen Haushalten stehen inzwischen 90,6 Millionen Fahrräder, wie der Branchenverband ZIV errechnet hat. Das ist ein Viertel mehr als noch vor zehn Jahren. Trotz wirtschaftlicher Turbulenzen in Teilen der Branche bleibt das Fahrrad damit ein Wachstumsfaktor der individuellen Mobilität.
Rund ein Viertel der ausstellenden 500 Marken kam ohne deutsche Niederlassung aus dem Ausland, ein Zeichen für die wachsende auch internationale Bedeutung der Messe. Für viele Marken ist Düsseldorf inzwischen ein zentraler Saisonstart. Neben großen Herstellern nutzten auch kleinere Marken die Bühne. Gerade diese Mischung prägt den Charakter der Veranstaltung.
Die Preisverleihung selbst zeigte, wohin sich die Branche bewegt: weniger radikale Revolutionen, dafür viele intelligente Detailinnovationen. „Das Niveau der eingereichten Produkte war erfreulich hoch“, bilanziert Juryvorsitzender Michael Lanz. Fahrräder entwickeln sich zunehmend zu individuellen Hightech-Produkten. Paul Kefer von Munix Finest Bicycles bringt es auf den Punkt: „Billiger Drahtesel war gestern. Heute vereint ein Fahrrad Design, Lifestyle, Funktion und Hightech.“
Diese Entwicklung war in Düsseldorf überall sichtbar: spezialisierte Gravelbikes, urbane Cargo-Lösungen, digitale Features und Zubehör für nahezu jede Lebenssituation. Das Fahrrad wird weniger Verkehrsmittel allein und immer stärker Ausdruck eines Lebensstils.
Auch gesellschaftliches Engagement gehörte dazu: Ein Teil der Eintrittsgelder der Fachbesucher wurde von der Cyclingworld gespendet, insgesamt 10.000 Euro gingen an die WellFair Foundation.
Die nächste Cyclingworld Europe findet vom 12. bis 14. März 2027 erneut in Düsseldorf statt.
Foto: PR
23. März 2026