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Der steinige Weg nach Rio

Aller vier Jahre haben die besten Sportler jeder Nation die Chance, sich mit der absoluten Elite ihres Sports zu messen. Olympia ist im Amateursport das Größte. Größer als jede Europameisterschaft, jede Weltmeisterschaft, größer als jedes noch so renommierte Turnier. Die Olympischen Spiele definieren wie kein anderer sportlicher Vergleich die Spitze der athletischen Leistungsfähigkeit. In manchen Sportarten, wie z.B. dem Boxen, können sie die Eintrittskarte in eine lukrative Profikarriere darstellen. Die ganze Sache hat nur einen Haken: Der Weg zum Olymp ist steinig und hürdenreich. Er führt über Quotenplätze, nationale Meisterschaften, Qualifikationsturniere und manchmal auch die Sympathie des Bundestrainers. Auch die Leistung des Teampartners, die eigene Gesundheit und die Stimmung im privaten Umfeld sind Faktoren, die darüber entscheiden können, ob man sich nach allen den Mühen irgendwann einmal Olympionike nennen kann. Jubel und Enttäuschung sind oft nur Haaresbreite voneinander entfernt, denn leider spielt auch Fortuna nicht selten seine launige Rolle. Auf den folgenden Seiten möchten wir Euch regionale Olympiaanwärter und ihre kleine Geschichte vorstellen. Nicht nur, um die zu bewundern, die es geschafft haben, sondern auch um die zu ehren, die sich bis hierher vorgekämpft haben. Vielleicht stehen Jene 2020 in Tokio erneut vor der olympischen Pforte, die sich dann umso bereitwilliger öffnen lässt.

Max Lang: Über Olympianorm, aber vorerst Reserve

Max Lang

Sportart: Gewichtheben
Verein: Athletenclub Chemnitz

Gewichtheben ist eine Einzelsportart in den Disziplinen Reißen und Stoßen, beides zusammen ergibt den Olympischen Zweikampf. Gehoben wird in Gewichtsklassen. Der Wettkampf gestaltet sich so, dass vor drei Kampfrichtern pro Disziplin drei Versuche gemacht werden dürfen. Gewichtheben ist sehr trainingsintensiv. 8x pro Woche in zwei bis drei Stunden pro Einheit werden neben der Technik vor allem Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Beweglichkeit ausgebildet. Für Olympia legt der Bundesverband in Zusammenarbeit mit dem DOSB Qualifiationsnormen fest, die zu offiellen Wettkämpfen von den Sportlern erfüllt werden müssen. Darüber hinaus müssen in der Periode zu den Olympischen Spielen von den Nationalhebern bei internationalen Wettkämpfen durch Leistung Punkte gesammelt werden, welche dann in Startplätze umgewandelt werden, d.h. es kann nur eine bestimmte Anzahl an Sportlern für die Olympischen Spiele Qualifiiert werden.

Für Max Lang vom Chemnitzer AC ist es das erste Mal, dass eine Teilnahme an den Olympischen Spielen für ihn in Betracht kommt. Bei einer möglichen Teilnahme sind seine Erwartungen jedoch realistisch und er erwartet vor allem Erfahrungen, von denen er beiden nächsten Spielen profiieren kann. Seine bisherige Karriere ist trotz kleiner Rückschläge sehr vielversprechend. 2013 musste Max Lang zwar eine Verletzungspause einlegen musste, konnte sich 2014 jedoch zu seinen ersten WM qualifiieren und wurde im selben Jahr noch U23 Europameister. 2015 konnte er bei der WM in Houston die Olympianorm um 3kg übererfüllen. In diesem Jahr konnte der 23-Jährige bei den EM in Norwegen den 8. Platz erreichen.

Max Lang ist Soldat in der Sportfördergruppe und kann sich weitestgehend auf den Sport konzentrieren, auch wenn das Training bei Lehrgängen nur bedingt möglich ist. Wie jeder Leistungssportler schlägt er sich fast immer mit kleineren Wehwehchen herum, größere Verletzungen blieben in jüngster Zeit aber aus. Dies ist besonders in Hinblick auf Olympia wichtig. »Mein Training hat sich im Vergleich zu den Vorbereitungen auf andere Wettkämpfe nicht groß verändert. Es wäre auch gewagt, in dieser wichtigen Zeit etwas Neues auszuprobieren«, so Max Lang. »Trotz alledem kann ich in Absprache mit den Trainern hier und da ein paar Änderungen oder Ergänzungen einbringen, aber das Grundsätzliche legen die Trainer fest. Mein Verein unterstützt mich in dieser Phase sehr und stärkt mir den Rücken, weil der Chemnitzer AC nicht nur mein Verein ist, sondern mit all seinen Trainern, Sportlern und Fans auch eine Art Familie ist.«

Seine Trainer trauen dem jungen Gewichtheber sehr viel zu, allerdings ist eine Olympiateilnahme nur noch über Umwege möglich. Die großen Qualifiationen sind durch und mit 3kg über Olympianorm ist Max Lang vorerst noch Ersatzmann. Deshalb stehen die Erwartungen an Olympia erst einmal an zweiter Stelle. Jetzt zählt es Leistung zu zeigen, um sich zu empfehlen. Trotzdem kommt der für den Chemnitzer AC startende Heber manchmal ins Träumen und stellt sich einen perfekte Wettkampf, eine jubelnde Menge und Blitzlichtgewitter vor. Die Konkurrenz im Mittelgewicht ist international jedoch auch hier zählt die Tagesform. Möglich ist also alles, dies sieht auch Max Lang so: »Klar gibt es keine größere Motivation als Olympia selbst, deshalb kann ich mir gut vorstellen, bei einem guten Tag zur Höchstform aufzulaufen. Meine momentanen Bestleistungen stehen bei 152 kg im Reißen und 190 kg im Stoßen bei 77 kg Körpergewicht. Das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.«

Christina Schwanitz: Aller guten Dninge sind drei

Christina Schwanitz

Sportart: Kugelstoßen
Verein: LV 90 Erzgebirge

Was hat sie nichtschon alles erreicht? Europameisterin, Weltmeisterin, zweimalige Olympiateilnehmerin, mehrfache Deutsche Meisterin, Sportlerin des Jahres. Was könnte diese einmalige Karriere noch vergolden? Eine Medaille bei ihren dritten Olympischen Spielen! Dabei fing das Jahr für die 30-Jährige alles andere als ideal an. Christina Schwanitz zog sich im Januar einen Sehnenanriss in ihrer rechten Schulter zu und musste sich in erster Diagnose sogar mit dem Gedanken anfreunden, dass das Wettkampfjahr 2016 gelaufen sei. Zum Glück verfügt die gebürtige Dresdnerin über eine äußerst widerstandsfähige Physis, ein gutes Team von Ärzten und Therapeuten und eine ganz spezielle »Gedächtnislücke«, die es ihr ermöglicht, Verletzungen nach Abheilung zu vergessen und mit freiem Kopf in Training und Wettkampf zu gehen.

Rund sechs Monate später war Christina Schwanitz schon wieder in einer Form, in der sie nicht nur 130kg auf der Bank drückte, sondern in Kassel auch ihre fünfte Deutschen Meisterschaft gewann und dabei auch noch eine Saisonbestleistung von 19,49 m stoß! Weltweit steht das sympathische Kraftpaket nun auf dem vierten Rang und gilt defiitiv als Medaillenhoffung in Rio. Nach ihrer selbstbewussten Einschätzung wird sich in Rio der Kampf um die vorderen Plätze zwischen ihr und der Konkurrenz aus China und den USA entscheiden. Sie selbst fühlt sich dieser Prognose gewachsen, vor allem, da sie im Training noch deutlich Luft nach oben sieht. Gehen wir also davon aus, dass es bei Olympia für Christina Schwanitz heißt: »Aller guten Dinge sind drei«.

Martin Schulz: Vom Schwimmer zur Triathlon Goldhoffung

Martin Schulz

Sportart: Paratriathlon
Verein: SC DHfK Leipzig

Paratriathlon ist Triathlon für Athleten mit einem körperlichen Handicap. International werden alle wichtigen Wettkämpfe, WM, EM, Paralympics (in Rio das erste Mal im Programm) über die »Sprintdistanz« ausgetragen (750m Schwimmen, 20km Radfahren, 5km Laufen). Es gibt fünf verschiedenen Startklassen, die nach Art der Behinderung unterscheiden. Drei Klassen davon sind bei der Premiere des Triathlons im Paralympischen Programm enthalten. Der Leipziger Martin Schulz ist in seiner Sportart einer der stärksten Athleten weltweit. 2012 war er bereits in London Olympiastarter, jedoch als Schwimmer, da dies für ihn die einzige Möglichkeit war, bei den Paralympics zu starten. Seit 2010 bekannt wurde, dass Paratriathlon olympisch wird, wusste Martin Schulz, dass er endgültig zum Triathlon wechseln wird.

»Ich habe mich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und konnte schon mit recht wenig Lauftraining schnell laufen. Auf dem Rad war ich schon gleich nach dem Wechsel zum Triathlon einer der Stärksten und konnte ich mich sogar noch steigern. Mittlerweile ist es so, dass ich mich freue aus dem Wasser auszusteigen und auf dem Rad richtig Gas geben zu können.«, so Martin Schulz. Triathlon ist eine Leidenschaft, die Leiden schafft. Dazu zählen nicht nur das Training und der Wettkampf, sondern auch die privaten Einbußen. Seine Eltern, die nicht in Leipzig wohnen, hat Martin Schulz in diesem Jahr noch nicht oft gesehen. Urlaub gibt es bis Rio nicht. Gab es auch die letzten Jahre nicht wirklich viel.

Martin Schulz arbeitet Teilzeit bei den Stadtwerken, danach Training, auch am Wochenende, wenn nicht gerade Wettkämpfe anstehen. In einer normalen Woche kommt er auf rund 25 Stunden reine Trainingszeit. Zusätzlich Physiotherapie, organisatorische Dinge und Termine für den Sport, Vor- und Nachbereitung des Trainings und natürlich Wegezeiten. Ab Juli ist der im betrieblichen Gesundheitsmanagement angestellte Bürokaufmann jedoch freigestellt, um sich ganz Olympia zu widmen. Die Qualifiation für Rio war für Martin Schulz fast schon ein zu erwartender Selbstläufer. Seit 2012 holte er bei jedem großen Event immer eine Medaille. In Rio wird Martin Schulz als Gold-Favorit gehandelt und hat die letzten vier Jahre – um dieser Favoritenrolle gerecht zu werden – auch komplett auf Olympia ausgerichtet. Den Großteil des Trainings steuern dafür seine beiden Heimtrainer in Absprache mit dem Cheftrainer der Nationalmannschaft bei. Auch wenn die Trainingsintensität höher ist, liegt der Schwerpunkt in der Trainingsplanung vor allem auf der Regeneration. Dabei muss sich der Leipziger vor allem bremsen, es durch seine Motivation nicht zu »überziehen«. Triathlon ist eine Ausdauersportart, die hartes Training verlangt. Die Angst, sich durch Über- oder Fehlbelastung zu verletzen ist ständig da. Durch das anspruchsvolle Training ist auch das Immunsystem oft angegriffn und man ist als Triathlet anfällig für Verletzungen. Größere Partys, Clubs oder Restaurants sind für Martin Schulz aktuell genauso tabu, wie der Versuch, sich bei anderen Sportarten Ablenkung zu verschaffn. Sein inneres Navi kennt nur einen Weg und der führt ohne Umwege nach Rio de Janeiro.

Tina Punzel: Über alle Kontinente nach Rio

Tina Punzel

Sportart: Wasserspringen
Verein: Dresdner SC

Wasserspringen erfordert absolute Körperbeherrschung, Kraft und Koordination. Für die Jury muss dies bei aller Schwierigkeit spielerisch und elegant aussehen. Im Wettkampf gibt es Einzel- und Synchronspringen vom Brett (3m) und vom Turm (10m). Dabei werden bei den Damen fünf und bei den Herren sechs Sprünge absolviert. Jeder Sprung hat einen bestimmten Schwierigkeitsgrad - dieser wird dann mit den Noten der Kampfrichter multipliziert (max. 3x 10 Punkte), die höchste und die niedrigste Wertung werden gestrichen. Die Qualifiation für Rio beginnt bei den Wasserspringern mit nationalen Quotenplätzen, die man ein Jahr vorher bei EM und WM erkämpft. Die letzte Chance gibt es beim Weltcup ein halbes Jahr vorher. Jedes Land kann max. zwei Quotenplätze in den Einzeldisziplinen und einen pro Synchrondisziplin »erspringen«.

Für den Dresdner SC im »Team Rio« ist die 20-jährige Tina Punzel, die schon im Jugendbereich international Medaillen sammeln konnte. Mit 15 (!!!) qualifiierte sie sich bereits für die WM der Erwachsenen und konnte dort nicht nur Erfahrung und Motivation mitnehmen, sondern wurde auch von anderen Trainern entdeckt. Leider gab es für Olympia keinen Quotenplatz und somit auch keine Teilnahme für das damals erst 17-jährige Talent. In der neuen Trainingsgruppe, zu der auch Vizeolympiasieger Sascha Klein gehört, war die Enttäuschung aber schnell vergessen und neue Erfolge gaben Kraft. Tina Punzel gewann 2013 bei der EM in Rostock überraschend Gold vom 3m Brett und 2015 kam noch 3x Silber und 2x Bronze dazu. Beim Weltcup 2016 sicherte sich Tina mit ihrer Synchronpartnerin Nora Subschinski alle möglichen Quotenplätze von 3m und machte mit dem Sieg bei der Deutschen Meisterschaft Ende Juni »den Sack zu«. Für Rio wünscht sich Tina Punzel den Einzug ins Finale, um dort »rauszuholen was geht«. Im Synchron wäre ein Platz unter den Top-6 ihr Ziel. Und wer weiß, was möglich ist, wenn die Konkurrenz Nerven zeigt und man selbst über sich hinauswächst?

Trotz Qualifiation kann die Dresdnerin jetzt aber keinen Gang runterschalten. Da das Wasserspringen 2016 erstmals im Freien stattfindet, stehen jetzt viele Lehrgänge in Italien oder der Türkei an, um sich speziell darauf vorzubereiten. In der Sportfördergruppe der Bundeswehr kann sich Tina Punzel voll auf das Training zu konzentrieren und ist finanziell abgesichert. Dadurch bleiben auch mal ein paar Stunden Zeit, um »runterzukommen« oder Freunde zu treffn. Das war gerade in Tina Punzels Abiturphase letztes Jahr kaum möglich. Trotzdem hatte und hat die junge Dresdnerin Spaß an ihrer sportlichen Berufung. Egal, was am Ende in Rio passiert: Wie viele junge Damen gibt es denn, die mit gerade mal 20 Jahren bereits alle Kontinente bereist haben und schon jetzt zur Elite ihres Sports gehören?

Yul Oeltze: Aus dem Rennen, aber nicht aus der Spur

Yul Oeltze

Sportart: Kanurennsport
Verein: SC Magdeburg

Beim sogenannten »Canadier« bzw »Kanadier« handeltes sich um ein Kanu,welches von einer, zwei oder auch vier Athleten kniend mit Stechpaddeln bewegt wird. Der Zweier-Canadier der Herren ist im Kanurennsport (500 und 1000 Meter) sowie im Kanuslalom olympische Sportdisziplin. In dieser Disziplin kämpfte auch Yul Oeltze vom SC Magdeburg um die Qualifiation zu den Olympischen Spielen. Dass die nationale Konkurrenz sehr stark ist, erfuhr der Magdeburger bereits im letzten Jahr, als er sich beim Weltcup der starken innerdeutschen Konkurrenz beugen musste. Zusammen mit seinem Partner Erik Leue grif der 22-Jährige Anfang Mai noch einmal in Duisburg an, um den Quotenplatz im Zweier-Canadier zu holen. Leider fehlten dem Duo rund sechs Sekunden, um sich ganz vorne zu platzieren. Für den SC Magdeburg war dies natürlich ein Debakel, da auch Kanute Michael Müller zwei Wochen später den Quotenplatz verfehlte und somit kein einziger Kanute die Farben des Vereins in Rio vertreten kann. Für den erfolgsverwöhnten Deutsche Kanu-Verband sieht es ähnlich aus: Da kein anderes Duo die Chance nutzte, wird bei den Olympischen Spielen 2016 kein deutscher Canadier-Zweier an den Start gehen. Während der 31-jährige Erik Leue unter Umständen über ein Karriere-Ende nachdenkt, bleibt für den jungen Yul Oeltze trotz Enttäuschung zumindest die Gewissheit, in einem Alter zu sein, in dem man als Kanute mindestens noch einen Olympiazyklus vor sich hat. In den kommenden Jahren gibt es für den Magdeburger sicherlich noch einige internationale Highlights, bei denen er in seiner Sportart reifen und Medaillen sammeln kann.

Rampenlicht und Tunnelblick aller vier Jahre

Annett Böhm

Im Gespräch: Annett Böhm, zweimalige Olympiateilnehmerin (3. Platz 2004 in Athen, 5. Platz 2008 in Peking) im Judo.

Inwieweit hat sich Olympia im Vergleich zu den Spielen, an denen du teilgenommen hast, verändert?
Hier kann ich nur von meinem Sport sprechen. Im Judo wurden nach den letzten Olympischen Spielen einige tiefgreifende Regeländerungen umgesetzt, die stark zur Attraktivität beigetragen haben. Auch bei der Präsentation der Wettkämpfe ist Judo extrem professionell, was man sieht, wenn man unsere Wettkämpfe im Live-Stream verfolgt.  Etwas irritiert hat mich damals die Diskussion über die Streichung der Sportart Ringen aus dem Olympischen Programm. Dies hätte mich sehr enttäuscht, denn die Sportart gehört einfach zu Olympia.

Wie kann man die deutschen Judokas bei den Olympischen Spielen einordnen?
Von 136 Judo-Nationen gibt es nur drei, die mit 14 Athleten eine komplette Mannschaft stellen: Gastgeberland Brasilien, die Japaner und die Franzosen. Bei den Mongolen und Deutschen haben sich jeweils 13 Sportler qualifizieren können. Damit sind wir im internationalen Vergleich extrem weit vorn und gehören zu den Top-5 in der Welt. Jetzt muss sich nur noch zeigen, ob sich das auch in den Medaillen widerspiegelt.

Wie fühlt man sich, wenn feststeht, dass man sich für Olympia qualifiziert hat?
Dieser Status erfüllt einen mit Stolz, denn man hat es geschafft - das große Ziel Olympische Spiele. Vollkommen glücklich ist man dann, wenn die Medaille um den Hals hängt. Es gibt da absolut nichts Vergleichbares.

Wie waren damals die Reaktionen auf deine Olympische Bronzemedaille?
Nach einer Medaille bei Olympischen Spielen steht man einmal im Rampenlicht aller Medien – national und international. So war es auch bei mir. Leider ist das nur aller vier Jahre. Aber da geht es vielen Sportarten so.

Olympia ist immer auch wenig Politik, vor allem, wenn die Wettkämpfe in ärmeren Nationen stattfinden. Wie sieht man dies als Sportlerin?
Als Olympionike bist du vor deinem Wettkampf wie „im Tunnel“ – was um dich herum passiert, bekommst du nur am Rande mit. Du bist voll konzentrierst auf deinen großen Tag, auf den du dich viele Jahre vorbereitet hast. Wir Sportler können uns leider nicht aussuchen, wo Wettkämpfe stattfinden und es kann auch nicht von jedem Sportler politisches Engagement gefordert werden.

Wirst du in Rio die Kämpfe der deutschen Starter als Kommentatorin begleiten?
In den vergangenen Jahren habe ich für den Welt- und Europäischen Verband viele Turniere kommentiert. Aber bei den Spielen sind die Senderechte streng geregelt, der Weltverband hat da keinen Livestream. Ich hatte mich auch beim MDR beworben. In vielen Sportarten wie Fußball, Schwimmen oder im Wintersport gehören Experten im TV zum gewohnten Bild und wertet die Berichterstattung extrem auf. Leider hat sich der MDR dagegen entschieden. Ist aber nicht schlimm, ich werde die Olympischen Spiele ganz entspannt zu Hause verfolgen. Ich freue mich schon wahnsinnig auf die Wettkämpfe in Rio!

Bildnachweise (von oben nach unten): Bundesverband Deutscher Gewichtheber, Stefan Mothes, OSP Leipzig, Dresdner SC, Magdeburger Sportmarketing GmbH, Dirk Brzoska

07. Juli 2016

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