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Mythos Wasser

Was ist nun wirklich gesund?

Wasser

In Bezug auf die Notwendigkeit einer hohen Wasserversorgung scheiden sich die Geister. Während die Sport- und Gesundheitspresse einen hohen Wasserkonsum zur Entschlackung und Gewichtsabnahme propagiert, stehen auf der anderen Seite auch Experten, denen für diese Ansätze der wissenschaftliche Beweis fehlt. Fakt ist jedoch: Wasser ist der Baustein des Lebens und unser Körper besteht zu dreiviertel aus Wasser. Flüssigkeitsmangel beeinträchtigt nicht nur die Nieren, sondern auch die körperliche Leistungsfähigkeit. Durch eine Verdickung des Blutes kann es zudem zu Bluthochdruck kommen. Sportler trifft dies durch starkes Schwitzen ganz besonders. Isotonische Softdrinks und Schorlen mögen ihre Berechtigung haben, aber durch ihren Zuckergehalt (auch Fruchtzucker) und die oft enthaltene Kohlensäure sind sie leider nur zweite Wahl, da sie im ersteren Fall unnütze Kalorien enthalten und im zweiten Fall eine Übersäuerung des Körpers begünstigen. Darum sollte das Hauptgetränk eines Sportlers im Idealfall aus reinem, naturbelassenem Wasser bestehen.

So verrückt es klingt. In den meisten Fällen ist ein mineralärmeres Wasser viel gesünder. Wasser ist weniger ein Nährstofflieferant, sonder erfüllt vor allem die Funktion der Reinigung des Körpers. Soll das Wasser diese Funktion erfüllen, muss es „aufnahmebereit“ sein. Dies ist wie beim Waschwasser. Ist das Wasser (durch Schmutz) bereits gesättigt, kann es keinen Schmutz mehr aufnehmen, also reinigen. Über eine Unterversorgung mit Vitaminen und Mineralien braucht ihr euch dabei weniger Gedanken zu machen. Eine Versorgung über eine ausgewogene Ernährung ist in den meisten Fällen ausreichend. Dort findet ihr Vitamine und Mineralstoffe in ausgewogener Form (Apfel, Nüsse, …). Wer sein Wasser etwas „tunen“ möchte, der kann Sole (Basis: naturbelassenes Kristallsalz, KEIN Haushaltsalz) hinzugeben und so einer Übersäuerung des Körpers entgegen wirken. Dies ist besonders für starke Fleisch- und Wurstesser (Harnsäure) ratsam. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist es, dem Wasser eine kleine Menge Apfelessig beizumengen. Der Geschmack ist gewöhnungsbedürftig, die positiven Aspekte zahlreich. In Kombination mit Honig ist dieses Getränk schon seit längerem als „Powerdrink“ bekannt.

Wer die richtige Trinkmenge für sich finden möchte, sollte weniger auf Faustformeln hören, sondern sich sein Wasser in Reichweite stellen und in regelmäßigen Abständen kleine Schlucke zu sich nehmen. So kommt man am einfachsten auf die Menge, die der Körper benötigt. Beim Sporttreiben sollte man nicht erst trinken, wenn man den Durst spürt, sondern bereits vor und während der Anstrengung auf eine konstante Wasserzufuhr achten. Von exotischen Trinkgewohnheiten sollte man die Finger lassen. Sieben Liter am Tag in sich hineinzupumpen, ist genauso unnatürlich, wie literweise Eiswasser zu trinken, nur um mehr Kalorien bei der Erwärmung des Wassers im Körper zu verbrauchen. Man kann es auch übertreiben und sich falsche Tipps & Tricks selber schaden. Genauso sieht es bei der Wahl des Wassers aus. Auch wenn das beste Wasser in der Natur selbst zu finden ist, muss man sein tägliches Wasser nicht aus dem Bach trinken. Stilles Mineralwasser und Leitungswasser erfüllen auch ihren Zweck. Wasser ist zwar ein Lebensmittel, sollte aber nicht wie ein esoterisches Wundermittel behandelt werden. Die oben aufgeführten Anregungen entstammen keiner Doktorarbeit, sondern sind das Ergebnis des Studiums zahlreicher Fachliteratur zu diesem Thema, aber auch die Quintessenz eigener Erfahrungen. Wem dies zu banal ist, der frage seinen Arzt oder Apotheker…

Wasser aus der Leitung – Was gibt es zu beachten?
Sonja Riebe, Bereichsleiterin des Betriebslabors der Kommunalen Wasserwerke Leipzig, beantwortet unsere Fragen.

Welche Eigenschaften werden für Trinkwasser gefordert?
In Deutschland unterliegt das Leitungswasser den strengen Vorgaben der Trinkwasserverordnung und wird besser kontrolliert als jedes andere Lebensmittel. Mehrmals täglich untersuchen die Fachleute im Labor die Wasserqualität des Trinkwassers. Das sind bis zu 12.000 Proben jährlich. Die Trinkwasserverordnung legt dabei Grenzwerte für verschiedenste Parameter, wie Schwermetalle, organische Spurenstoffe und Beschaffenheitsparameter, fest. Diese müssen eingehalten werden. 

Woher kommt unser Wasser und wie wird es gereinigt?
In unserem Fall kommen gut zwei Drittel des Trinkwassers aus den beiden Gewinnungsgebieten Naunhof sowie Canitz/Thallwitz. Den weiteren Bedarf decken die Lieferungen der Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz GmbH.  In den vier Großwasserwerken der KWL (Canitz, Thallwitz, Naunhof 1 und 2) wird das überwiegend  aus Grundwasser- und Uferfiltratgewinnung  stammende Wasser aufbereitet, d. h. es werden Kohlensäure entzogen, Eisen und Mangan herausgefiltert und Gleichgewichts- pH-Werte eingestellt. Aufgrund der Länge der Leitungswege erfolgt abschließend eine vorsorgende Desinfektion. Bereits das unbehandelte Rohwasser weist eine gute Ausgangsqualität auf. In den Trinkwassereinzugsgebieten der Wasserwerke wird in den brunnennahen Bereichen eine strikt am Wasserschutz orientierte ökologische Landbewirtschaftung betrieben, die auf den Einsatz chemisch-synthetischer Düngemittel und Pestizide verzichtet.

Muss man das Wasser vor Gebrauch ablaufen lassen?
Es empfiehlt sich grundsätzlich, nur frisches Wasser zum Trinken zu verwenden. Trinkwasser, das längere Zeit (z.B. über Nacht) in der Leitung steht, erwärmt sich und schmeckt nicht mehr frisch. Zudem kann es Spurenelemente des Leitungsmaterials aufnehmen. Mit dem Ablaufwasser können z. B. die Zimmerpflanzen gegossen werden.

Ist der Einsatz von Wasserfiltern sinnvoll?
Grundsätzlich ist der Einsatz von Wasserfiltern nicht notwendig. Der Wasserversorger liefert Trinkwasser in einwandfreier Qualität bis zum Hausanschluss. Auf die Qualität der Hausinstallation hat er jedoch keinen Einfluss, die liegt im Verantwortungsbereich des Hauseigentümers. Sollten Wasserfilter genutzt werden, müssen zwingend die Hinweise der Hersteller zum bestimmungsgemäßen Gebrauch der Filter eingehalten werde

06. Februar 2017

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